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Hoffen, bangen, träumen

Hoffen, bangen, träumen

Die SG Flensburg-Handewitt steht im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League vor einer fast unlösbaren Aufgabe beim HSV. Auch Titelverteidiger Kiel muss um die finanziell lukrative Teilnahme am Final Four bangen.

Holger Glandorf hat die Hoffnung auf das Final Four in der Champions League noch nicht aufgegeben. Beflügelt von seiner bevorstehenden Rückkehr in die Handball-Nationalmannschaft, verspricht der Flensburger dem Nordrivalen vom HSV Hamburg für das Rückspiel einen heißen Tanz - trotz der deutlichen Niederlage in eigener Halle.

"Wir haben nichts mehr zu verlieren und werden Vollgas geben", sagt Glandorf vor der Partie am Sonntag (18.30 Uhr/Eurosport): "Wir müssen unsere Fehler aus dem Hinspiel abstellen. Und vielleicht bekommen wir dann ja einen Lauf, wie ihn der HSV vor einer Woche hatte." Aufgegeben habe sich sein Team keinesfalls. Dabei hatte die SG das Viertelfinal-Hinspiel trotz zwischenzeitlicher Vier-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit noch mit 26:32 verloren.

Der HSV will die Königsklasse nutzen, seine durchwachsene Saison doch noch zu einem guten Ende zu bringen. Als Tabellenfünfter ist der Zug in Richtung Meisterschaft abgefahren, auch im DHB-Pokal gab es nach der Halbfinal-Niederlage gegen Flensburg (25:26 nach Verlängerung) nicht den erhofften Triumph. "Die Champions League ist natürlich die letzte Chance auf einen Titel, der Sieg wäre ein Traum. Wir werden alles daran setzen, das zu erreichen", sagt HSV-Torhüter Johannes Bitter.

Neben dem Prestige geht es für die Clubs in der Champions League aber auch um eine Menge Geld. Ein Drittel der Preisgelder (gesamt 3,3 Millionen Euro) werden beim Finalturnier der besten vier Mannschaften am ersten Juni-Wochenende in Köln ausgeschüttet. Der Sieger bekommt zusätzlich zu den bisherigen Einnahmen 350 000 Euro, und sogar dem Vierten werden beträchtliche 150 000 Euro ausgezahlt.

Geld, das auch der THW Kiel durchaus gebrauchen kann. Nach dem hauchdünnen 32:31-Erfolg im Hinspiel reist der Titelverteidiger mit gemischten Gefühlen zum ungarischen Serienmeister MKB Veszprem. "Wir haben die Hölle von Veszprem bereits in der Gruppenphase erlebt. Das ist die lauteste Halle im europäischen Handball", sagt Linksaußen Dominik Klein. Im Gruppenspiel unterlag der THW in Veszprem vor über 5000 fanatischen Fans mit 30:31 - ein Ergebnis, das an diesem Samstag (16 Uhr/Eurosport) nicht reichen würde. Trotzdem ist Klein von einem Weiterkommen gegen die Ungarn um den überragenden Laszlo Nagy (elf Tore im Hinspiel) überzeugt. "Wir werden vieles besser machen als am letzten Sonntag", sagt Klein. Bis auf Linkshänder Christian Zeitz, der einen Mittelhandbruch auskuriert, sind alle THW-Profis fit.

Der dreimalige Champions-League-Sieger (2007, 2010, 2012) könnte mit einem Erfolg Geschichte schreiben: Denn seit das Final Four im Jahr 2010 in der Domstadt ausgetragen wird, erreichte kein Vorjahressieger das Halbfinale. "Wir wollen diesen eigenartigen Fluch beenden", sagt Kiels Kapitän Marcus Ahlm.