Hoffen auf Ruhe vor dem finalen Sturm

Hoffen auf Ruhe vor dem finalen Sturm

München. Die Münchner Olympia-Planer erhoffen sich Ruhe und Rückenwind vom positiven Bürgervotum in Garmisch-Partenkirchen, die Gegner bleiben kämpferisch. "Gestärkt, optimistisch und zuversichtlich" geht die Bewerbungsgesellschaft in den Endspurt um die Olympischen Winterspiele 2018

München. Die Münchner Olympia-Planer erhoffen sich Ruhe und Rückenwind vom positiven Bürgervotum in Garmisch-Partenkirchen, die Gegner bleiben kämpferisch. "Gestärkt, optimistisch und zuversichtlich" geht die Bewerbungsgesellschaft in den Endspurt um die Olympischen Winterspiele 2018. Thomas Bach, Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wertete den Ausgang der Abstimmung sogar als "klaren Sieg". Die Opposition der "NOlympia"-Fraktion erkannte die Niederlage zwar an, sieht das Ergebnis aber als "blaues Auge" für das Großprojekt."Ich bin sicher, dass das sehr positiv beim IOC aufgenommen wird, weil man das Gesamtbild einordnen muss", erklärte Bach gestern, "wenn man selbst im kritischsten Ort diese hohe Zustimmung hat, wird das ein Beweis mehr sein, welchen Fortschritt wir in der öffentlichen Zustimmung seit Dezember gemacht haben."

Der Bürgerentscheid der Befürworter hatte am Sonntag eine Zustimmung von 58,07 Prozent erzielt. In einer IOC-Geheimumfrage im Dezember des vergangenen Jahres hatten 61 Prozent aller Deutschen Olympische Winterspiele 2018 in München befürwortet.

Nach der monatelangen Konfrontation mit den Olympia-Gegnern zeigte sich Michael Vesper, Aufsichtsrats-Chef der Bewerbungsgesellschaft, "froh, dass diese nervige Auseinandersetzung jetzt vorbei ist". 58 Tage vor der Vergabe der Spiele will München die letzten Vorbereitungen auf die wohl entscheidende technische Besprechung am 18. Mai im IOC-Hauptquartier in Lausanne vorantreiben. Heute wird der Prüfbericht der IOC-Evaluierungskommission veröffentlicht, der als Orientierungshilfe für die IOC-Mitglieder vor der Abstimmung am 6. Juli im südafrikanischen Durban gilt. Münchens Mitstreiter sind der südkoreanische Favorit Pyeongchang und der französische Vertreter Annecy.

"Wir haben ein klares Votum, das den Rücken stärkt. Wir gehen sehr optimistisch in die Entscheidung am 6. Juli in Durban", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. Außenminister Guido Westerwelle schloss sich der allgemeinen Erleichterung an und freute sich über die "sehr gute Nachricht". Winterspiele 2018 in Deutschland würden, so Westerwelle, als Signal dienen für die Weltoffenheit.

Bach war "sehr glücklich, dass die schweigende Mehrheit zur sprechenden Mehrheit geworden ist" und appellierte an die olympische Opposition, sich an "die demokratischen Spielregeln" zu halten und zu akzeptieren, dass eine Entscheidung gefallen ist. Es solle nicht auf Umwegen versucht werden, dieses "klare Bürgervotum zu umgehen oder zu konterkarieren".

Axel Doering, Mitinitiator des Begehrens gegen die Winterspiele, räumte ein, man könne die Bewerbung "nun nicht mehr stoppen". Trotzdem werde überlegt, "die Rechtmäßigkeit der IOC-Verträge überprüfen zu lassen". Zudem wollen die Olympia-Gegner die Bewerbung weiterhin "kritisch" beobachten. dpa

"Wir haben ein klares Votum, das den Rücken stärkt."

Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister

Hintergrund

Das Ergebnis des Olympia-Bürgerentscheids in Garmisch-Partenkirchen:

Bürgerentscheid 1 - Ja zu Olympia 2018: Ja-Stimmen: 58,07 Prozent (6853 Stimmen); Nein-Stimmen: 41,93 (4949).

Bürgerentscheid 2 - Nein zu Olympia 2018: Ja-Stimmen: 49,41 Prozent (5526 Stimmen); Nein-Stimmen: 50,59 (5657).

Der Countdown bis zur Entscheidung in Durban:

10. Mai: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) veröffentlicht den Prüfbericht der Evaluierungskommission über die Tauglichkeit der Bewerber Pyeongchang, Annecy und München.

18. und 19. Mai: Bei der technischen Besprechung im IOC-Quartier in Lausanne stellen die Kandidaten in 45-minütigen Präsentationen ihre Konzepte vor.

28. Juni: Die Kandidaten präsentieren sich bei einem Kongress der Nationalen Olympischen Komitees Afrikas in Togo ein letztes Mal vor der Abstimmung in Durban.

6. Juli: Die IOC-Vollversammlung wählt im südafrikanischen Durban den Gastgeber der Winterspiele 2018. In 45-Minuten-Präsentationen erklären die Bewerber ihre Pläne und beantworten Fragen. dpa