Hoeneß jubelt und rätselt zugleich

Hoeneß jubelt und rätselt zugleich

Kaum ist Uli Hoeneß im Amt, da werden aus den Frust-Bayern wieder Mentalitäts-Sieger. Gegen Leverkusen setzen die Münchner „ein Zeichen“. Der neue Vertrag für einen Publikumsliebling gefällt dem Präsidenten natürlich auch.

Uli Hoeneß pustete beim Schlusspfiff erleichtert durch. An der Seite seiner Ehefrau Susi konnte der Rückkehrer auf der Ehrentribüne mit seinem rot-weißen Fanschal um den Hals den eingeplanten Bayern-Sieg gegen Leverkusen bejubeln. Am Tag nach der Präsidentenkür benötigte sein Herzensclub bei der von ihm ausgerufenen Attacke auf Spitzenreiter RB Leipzig aber ein bisschen Dusel, weil ein Handspiel von Javi Martínez in der Schlussphase nicht mit Rot und Elfmeter geahndet wurde. "Im Moment spielen wir nicht so dominant, dass wir den Gegner im Griff haben", haderte der wiedergewählte Präsident, der nach dem Spiel schnurstracks den Weg in die Mannschaftskabine suchte.

Wie in besten Zeiten schritt Hoeneß, begleitet von den anderen Vereinsbossen, durch die Arena-Katakomben. Sein FC Bayern ist von besten Zeiten aber noch ein gutes Stück entfernt. Wenigstens wurde sein großes Rückkehr-Wochenende beim 2:1 mit drei Punkten vergoldet. Dass Franck Ribéry , zu dem er ein besonderes Verhältnis hat, bis 2018 verlängerte, gefiel dem Präsidenten natürlich auch.

"Uli Hoeneß war in der Umkleide, um dem Team zu gratulieren", berichtete Trainer Carlo Ancelotti . Nach den Niederlagen in Dortmund (0:1) und Rostow (2:3) besaß der Erfolg für den Italiener besondere Bedeutung. "Es war eine gute Reaktion nach einer schlechten Periode", sagte Ancelotti: "Wir sind dran an Leipzig, die eine tolle Saison spielen, aber die Saison ist noch lang." In Ancelotti, das betonte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge , habe man "volles Vertrauen".

Doch die Identität der kräftig durchrotierten Ancelotti-Bayern ist weiterhin nicht klar erkennbar. In der Offensive besitzen die Münchner nicht die Durchschlagskraft vergangener Schützenfesttage. Das Defensivgebilde ist fragil. "Uns fehlen im Moment ein bisschen Leichtigkeit und Sicherheit", beschrieb es Torhüter Manuel Neuer . "Der Sieg war keiner aus der Leckerbissen-Abteilung, sondern ein erkämpfter Sieg", sagte Mats Hummels . "Das war ein Sieg der Mentalität." Mit dem Kopf erzielte der Weltmeister mit seinem ersten Ligator für den FC Bayern den Siegtreffer (56. Minute). Zuvor hatten Thiago (30.) für die Münchner und Hakan Calhanoglu (35.) für Leverkusen getroffen. Allerdings profitierten die Münchner auch von einer Fehlentscheidung der Unparteiischen. Diese verweigerten Leverkusen nach einem Handspiel von Jérôme-Boateng-Vertreter Javi Martínez einen Elfmeter (83.). "Eine Schlüsselsituation", haderte der verhinderte Torschütze Kevin Volland.

"Es ist wichtig, dass wir ein Zeichen gesetzt haben und bis auf drei Punkte wieder dran sind an Leipzig", fand dagegen der einmal mehr torlose und indisponierte Thomas Müller .

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