Hitzlsperger erntet große Unterstützung für sein Bekenntnis

Hitzlsperger erntet große Unterstützung für sein Bekenntnis

Der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der sich vom seinem Bekenntnis, schwul zu sein, ein Umdenken in der Gesellschaft erhofft, hat im In- und Ausland großen Respekt geerntet. Frühere Weggefährten, Funktionäre und internationale Medien zollten Hitzlsperger Anerkennung.

"Er hat eine Tür aufgestoßen für viele andere. Auch aktive Fußballer könnten sich nun nach den vielen positiven Reaktionen leichter offen über ihre Sexualität äußern", sagte Ex-Nationalspieler Arne Friedrich: "Thomas hat eine wichtige und mutige Entscheidung getroffen." Unterstützung erhielt Hitzlsperger gestern auch von zahlreichen Politikern mehrerer Parteien. "Es ist gut und ein starkes Signal, dass Thomas Hitzlsperger sich geoutet hat", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: "Das macht deutlich: Homosexualität gehört zur Normalität in Deutschland."

Genau dies bleibt nach Ansicht des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger im deutschen Fußball aber "ein langwieriger Prozess". Er wünsche sich, dass Normalität irgendwann im Fußball einkehre, "dass die sexuelle Orientierung eines Spielers Privatsache ist und diese niemanden irgendetwas angeht", sagte Zwanziger: "Seine Entscheidung, dies in dieser Form zu tun, ist ein weiterer Schritt für die Entkrampfung des Fußballs."

Dass dies aber dauern wird, beweist eine Pressemitteilung der AG Lesben und Schwule in der Saar-SPD. Darin kritisiert der Landesvorsitzende Edgar Spengler-Staub den Präsidenten des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV), Franz Josef Schumann, für dessen Aussagen in der SZ (9. Januar). Er forderte Schumann auf, die Berliner Erklärung "Gemeinsam gegen Homophobie" zu unterzeichnen. Und: "Wir fordern den SFV auch auf, eine Anlaufstelle im Verband für homosexuelle Spielerinnen und Spieler einzurichten."