1. Sport
  2. Saar-Sport

Historische Schlappe für Ruderer

Historische Schlappe für Ruderer

Luzern. Schlechter als in diesem Jahr haben die deutschen Ruderer beim Weltcup auf dem Rotsee in Luzern in den 14 olympischen Wettkampfklassen noch nie abgeschnitten. Ein zweiter Rang im Frauen-Doppelzweier und ein dritter Platz im Männer-Doppelvierer machen wenig Mut für Olympia

Luzern. Schlechter als in diesem Jahr haben die deutschen Ruderer beim Weltcup auf dem Rotsee in Luzern in den 14 olympischen Wettkampfklassen noch nie abgeschnitten. Ein zweiter Rang im Frauen-Doppelzweier und ein dritter Platz im Männer-Doppelvierer machen wenig Mut für Olympia. "Damit kann man nicht zufrieden sein", bekannte Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV), "in den kommenden Tagen werden wir eine genaue Standortanalyse in allen Klassen machen."Für ordentliche Ergebnisse sorgen die beiden Saarländer Jochen und Martin Kühner vom Ruderverein Saarbrücken. Sie gewannen im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann ihren Vorlauf und das Halbfinale. Im Finale mussten sie sich dann hinter China, Dänemark und Frankreich mit Platz vier begnügen. Einen Platz schlechter kam der deutsche Frauen-Achter mit den Saarbrückerinnen Lenka Wech und Nina Wengert ins Ziel. Die Vorstellung des deutschen Flaggschiffs, des Deutschland-Achters der Männer, trieb Trainer Dieter Grahn die Sorgenfalten auf die Stirn. Im Finale kam der WM-Zweite um Schlagmann Bernd Heidicker (Herne) nicht über einen fünften Platz mit über zehn Sekunden Rückstand auf Sieger Kanada hinaus. "So haben wir bei Olympia keine Chance. Ob das die richtige Mannschaft ist, müssen wir uns reiflich überlegen", zürnte Grahn. Bereits bei der 500-Meter-Marke lag der Achter drei Sekunden hinter den Kanadiern zurück und präsentierte sich auch im weiteren Streckenverlauf in dürftiger Form. Sichtlich frustriert kommentierte Schlagmann Heidicker: "Das war unsere letzte Chance in dieser Besetzung." Das Geschehen um Marcel Hacker rundete das Bild vom kriselnden DRV ab. Nach seinem Ausstieg aus dem Hoffnungslauf bei der 300-Meter-Marke sieht Sportdirektor Müller Aufklärungsbedarf. Am Mittwoch sollen Hacker und Trainer Andreas Maul dem Verband erklären, was falsch gelaufen ist. War es wirklich die Übelkeit, die laut Hacker zur Aufgabe führte, oder die anhaltende Verärgerung über den missratenen Start im Vorlauf, als der Schiedsrichter das Rennen startete, obwohl Hacker seine Vorbereitung noch nicht beendet hatte? "Ich habe das Recht, kritische Fragen zu stellen", sagte Müller, "wir müssen nach Gründen für diese instabile Saison suchen." dpa