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Historische Ruder-Schlappe: Erstmals kein Gold seit 52 Jahren

Historische Ruder-Schlappe: Erstmals kein Gold seit 52 Jahren

Peking. Für die deutschen Ruderer ist die olympische Regatta mit einer historischen Schlappe zu Ende gegangen. Erstmals seit 1956 in Melbourne blieben sie ohne Gold. In den 14 Endläufen auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park von Peking mussten sie sich mit jeweils einer Silber- und Bronze-Medaille begnügen. Damit setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort

Peking. Für die deutschen Ruderer ist die olympische Regatta mit einer historischen Schlappe zu Ende gegangen. Erstmals seit 1956 in Melbourne blieben sie ohne Gold. In den 14 Endläufen auf der Regatta-Strecke im Shunyi-Park von Peking mussten sie sich mit jeweils einer Silber- und Bronze-Medaille begnügen. Damit setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. "Das ist eine bitterere Niederlage für unsere Nationalmannschaft. Wir sind nicht mehr die beste Ruder-Nation der Welt", bekannte DRV-Sportdirektor Michael Müller.Unvermögen, Pech und die Erkrankung von insgesamt sechs Sportlern brachten das Team um eine bessere Bilanz. Selbst auf den Frauen-Doppelvierer, der seit Einführung der Bootsklasse bei den Spielen 1988 alle bisherigen olympischen Regatten gewonnen hatte, war kein Verlass mehr. Bei ihrem letzten Auftritt kam die viermalige Gold-Gewinnerin Kathrin Boron (Potsdam) nicht über einen dritten Rang hinaus. Nur eine hundertstel Sekunde trennte Christiane Huth (Potsdam) und Annekatrin Thiele (Leipzig) im Doppelzweier-Finale am Samstag nach 2000 Metern von einem Sieg. Erst nach der Auswertung des Zielfotos wurde Neuseeland zum Sieger erklärt. "Auf den letzten Metern ging es nur noch darum, den Hintern zusammenzukneifen und die Zähne zusammenzubeißen", kommentierte Bug-Frau Thiele den hochdramatischen Endspurt. Auch im leichten Frauen-Doppelzweier fiel die Entscheidung denkbar knapp gegen die Deutschen. Die auf der ersten Streckenhälfte führenden Marie-Louise Dräger (Rostock) und Berit Carow (Hamburg) verpassten um nur vier Hundertstelsekunden Bronze. Damit platzte ein weiterer deutscher Medaillentraum: Schon 24 Stunden zuvor war der ebenfalls für einen Podiumsplatz vorgesehene Zweier ohne Steuerfrau nicht über Rang vier hinausgekommen. Erfolgreichste Nation war Großbritannien mit jeweils zweimal Gold, Silber und Bronze. Den hartumkämpften Skiff-Thron bestieg der Norweger Olaf Tufte vor dem WM-Zweiten Ondrej Synek (Tschechien) und den dreimaligen Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland).Die Saarbrückerin Lenka Wech und Maren Derlien (Hamburg) belegten im Zweier ohne Steuerfrau nach einem spannenden Endlauf den vierten Platz. Die Goldmedaille gewann Rumänien vor China. Bronze ging an Weltmeister Weißrussland. dpa