| 21:17 Uhr

2. Fußball-Bundesliga
Himmelfahrtskommando mit neuen Gesichtern

Hat der neue Sportvorstand beim FCK Martin Bader jetzt Michael Frontzeck als neuen Trainer im Auge?
Hat der neue Sportvorstand beim FCK Martin Bader jetzt Michael Frontzeck als neuen Trainer im Auge? FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern stellt heute seinen neuen Sportvorstand Martin Bader vor. Kommt Michael Frontzeck für Trainer Jeff Strasser?

Wenn Martin Bader heute offiziell seinen Posten beim 1. FC Kaiserslautern antritt, türmt sich auf seinem Schreibtisch bereits die Arbeit. Trainer Jeff Strasser wird wegen Herzproblemen wochenlang ausfallen und muss wohl dauerhaft ersetzt werden, der Streit um die Stadionmiete schwelt, der Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga scheint aussichtslos, die Zukunft des Clubs ist völlig unklar. Der neue starke Mann an der Spitze des FCK hat ein Himmelfahrtskommando übernommen. „Ich kenne die lange und erfolgreiche Historie des Vereins und weiß, welche Begeisterung der FCK in der Region hervorrufen kann“, begründete der neue Sportvorstand sein Engagement bei den Pfälzern. Doch wenn kein mittleres Fußball-Wunder geschieht, wird der viermalige Meister und zweimalige DFB-Pokalsieger ausgerechnet zum 20. Jubiläum seines sensationellen Titelgewinns als Aufsteiger vor den Trümmern seiner Existenz stehen.


Ob die chronisch klammen Roten Teufel die 3. Liga stemmen können, ist nach wie vor ungewiss. Der Absturz des abgeschlagenen Zweitliga-Schlusslichts in die Regionalliga droht. Dass sich der 49 Jahre alte Bader dies antut, gilt als unwahrscheinlich – sein Vertrag gilt nur für die 2. und 3. Liga.

Bader muss heute bei seiner Vorstellung aber nicht nur diese Frage beantworten. Die drängendste Frage vor dem nächsten Spiel am Sonntag bei Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr/Sky) ist die nach dem Mann an der Seitenlinie. Wie der FCK am Mittwochabend bekannt gab, wurden bei Strasser nach eingehenden medizinischen Untersuchungen vorübergehende Herzrhythmusstörungen in Zusammenhang mit einer verschleppten Grippe festgestellt. Dem Luxemburger werden vier bis sechs Wochen Pause empfohlen – im tiefsten Abstiegskampf kann es sich Lautern aber nicht leisten, auf seine Genesung zu warten.



Wohl nicht von ungefähr gab der Verein in der selben Mitteilung bekannt, dass er „zeitnah“ über die künftige Besetzung der Trainerposition informieren wird. Nach Informationen von „kicker“ und „Rheinpfalz“ soll Michael Frontzeck (53), der mit Bader einst bei Hannover 96 zusammenarbeitete, am Donnerstag als neuer Cheftrainer vorgestellt werden. Vom FCK gab es zunächst keine Bestätigung. Am Mittwoch noch bereitete Interimscoach Hans Werner Moser die Mannschaft auf die Partie in Braunschweig vor.

Mit einer Groß-Baustelle abseits des Platzes muss sich die Stadt Kaiserslautern seit Wochen beschäftigen. Da der FCK für die nächste Saison eine Reduzierung der Miete für das Fritz-Walter-Stadion beantragt hat (2,4 Millionen Euro statt der vereinbarten 3,2 Millionen Euro für die 2. Liga, 425 000 Euro für die 3. Liga), droht eine Finanzierungslücke. Der Vorschlag von Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD), die Grundsteuer B um 65 Prozentpunkte auf die Rekordmarke von 525 Prozent anzuheben, rief in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung hervor. Öffentlich war von einer „FCK-Steuer“ die Rede gewesen. Nun werden andere Modelle diskutiert – unter anderem ein Solidaritätszuschlag, den die Stadionbesucher entrichten sollen. Wie viele Zuschauer dem FCK jenseits des professionellen Fußballs die Treue halten werden, steht in den Sternen. Beim Blick in die Fanforen scheint das Ende des Clubs durch die Verpflichtung Baders, der im März 2017 beim Bundesligisten Hannover 96 gehen musste, bereits besiegelt.