HG Saarlouis will in zweiter Saisonhälfte in Tabelle klettern

Handball : Die HG Saarlouis will nach oben klettern

Der Handball-Drittligist startet diesen Samstag in die zweite Saisonhälfte – und hofft auf bessere Ergebnisse.

Die Festtage bei der WM neigen sich dem Ende entgegen, für die Handballer der HG Saarlouis wird es ab diesem Samstag wieder ernst. Nach fünf Wochen Pause startet der Zweitliga-Absteiger in die Restrunde der 3. Liga Süd. Der Auftakt für den Tabellenzehnten (16:18 Punkte) hat es direkt in sich: Mit der HBW Balingen-Weilstetten II gastiert um 19.30 Uhr der Tabellendritte in der Saarlouiser Stadtgartenhalle. „Ein junges Team mit viel Potenzial, das nicht umsonst weit oben steht“, sagt HG-Trainer Philipp Kessler über den Gegner.

Balingens Stärke bekam die HG im Hinspiel auf bittere Weise zu spüren: Nach einer problematischen Vorbereitung mit vielen Ausfällen unterlag Saarlouis Anfang September mit 26:33. Danach schien der Neuaufbau auf einem guten Weg, ehe eine Schwächephase die Hinweise des Trainers, sein Team brauche Zeit, um sich zu finden, bestätigte.

Die Hinrunde sei genau analysiert worden, sagt Kessler. Auffällig waren „häufige Phasen mit zu vielen technischen Fehlern und mangelhafter Wurfintensität, wo sich der Gegner dann in kurzer Zeit absetzt“. Das sei primär eine Sache der Konzentration. „Man braucht einen klaren Kopf, um bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen“, verweist Kessler auf eine Ursache des hakenden Saarlouiser Offensivspiels. Daher lag ein Trainingsschwerpunkt zuletzt darin, „höhere Sicherheit in unsere Aktionen zu bekommen“. Das gilt auch für den Torabschluss an sich, der eine der größten Baustellen war.

Der Saarlouiser Weg soll nun wieder nach oben führen. „Wir wollen ganz klar besser als im ersten Halbjahr und zumindest einstellig abschneiden“, betont Trainer Kessler. Trotz der 33:35-Niederlage am vergangenen Dienstag bei der Generalprobe gegen Luxemburgs Erstligisten HC Berchem scheinen die Voraussetzungen dafür gegeben: Gegen Balingen wird Kessler wohl auf alle Spieler setzen können – bisher die absolute Ausnahme.

„Ich hoffe, dass die Mannschaft die Kurve bekommt, von Ausfällen verschont bleibt und sich nach oben orientiert“, sagt Richard Jungmann. Dem Vorsitzenden der HG schwebt ein „Platz im vorderen Mittelfeld“ vor. Auch er verweist auf mentale Gründe für das mäßige erste Halbjahr. „Generell ist es so, dass das Selbstvertrauen der Spieler nach Misserfolgen zu schnell in den Keller geht. Das ist vor allem auswärts der Fall“, sagt Jungmann. Und Kessler ergänzt: „Wir müssen uns als Mannschaft eine Mentalität erarbeiten, dass wir in jedem Spiel bereit sind, alles für den Sieg zu geben.“

Dem aktuellen Kader traut er diese Entwicklung grundsätzlich zu: „Wir haben ein junges Team und viele Spieler mit Perspektive“, sagt Kessler, fügt jedoch an: „Wir werden sicherlich hier und da noch nachjustieren.“ Gesagt, getan: Anfang der Woche vermeldete Saarlouis die Rückkehr von Wladislaw Kurotschkin. Der 23-jährige Kreisläufer, der bei der HG alle Jugendteams durchlief, wechselt nach der Saison vom Ligarivalen VTZ Saarpfalz zurück zum Heimatverein. „Wladi ist beispielhaft für unsere Philosophie der regionalen Identifikation“, sagt Jungmann. Kurotschkin, der für zwei Jahre unterschrieb, werde das Team mit seiner Variabilität weiter festigen.

Doch das ist Zukunftsmusik. Erst gilt es, das Vorhaben „bessere Restrunde“ voranzutreiben – am besten schon mit einem Heimsieg gegen Balingen. Jungmann und Kessler hätten nichts dagegen, die Handball-Festwochen in der Stadtgartenhalle fortzusetzen.

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