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HG Saarlouis feiert sich selbst

Saarlouis. Natürlich lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob es nicht noch ein bisschen besser in die Dramaturgie dieser Handball-Saison gepasst hätte, wenn die HG Saarlouis erst am Samstag im Heimspiel gegen den TV Groß-Umstadt (19.30 Uhr, Stadtgartenhalle) den Titel in der Regionalliga Südwest perfekt gemacht hätte Von SZ-Mitarbeiter Janek Böffel

Saarlouis. Natürlich lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob es nicht noch ein bisschen besser in die Dramaturgie dieser Handball-Saison gepasst hätte, wenn die HG Saarlouis erst am Samstag im Heimspiel gegen den TV Groß-Umstadt (19.30 Uhr, Stadtgartenhalle) den Titel in der Regionalliga Südwest perfekt gemacht hätte. Doch irgendwie scheint das Interesse für dramaturgische Feinheiten bei der frisch gebackenen Meister-Mannschaft mittlerweile erlahmt.



Dank an die Fans

Vielleicht war es auch einfach schon genug Dramatik für eine einzige Saison. Selbst Rechtsaußen Sven-Malte Hoffmann, an dessen Mimik sich - fast klassische Theaterschule - meistens der Spielverlauf bis in jedes Detail ablesen lässt, freut sich ganz simpel "über diese wunderbar entspannte Woche, die hinter uns liegt. Jetzt, nach dieser Saison mit all ihren Höhen und Tiefen, endlich einmal ohne Druck in ein Spiel gehen zu können, tut einfach gut."

Es scheint, als hätten sich diese monatelange Anspannung und der Druck mitsamt den knallenden Sektkorken nach dem Sieg in Offenbach in Richtung Hallendecke verabschiedet. Endlich auch die Stimmung in der eigenen Halle, die im Verlauf der Saison nicht immer ein Vorteil war, sondern mitunter auch schwer auf den Schultern der Spieler lastete, genießen können. Da verkommt das Spiel gegen Groß-Umstadt schon fast zum Rahmenprogramm des eigentlichen Rahmenprogramms.

"Es wird groß", kündigt Pressesprecher Peter Wagner an. Titel und Aufstieg wollen gebührend gefeiert sein. "Alle unsere Fans sind eingeladen. Es wird Live-Musik geben und nach dem Spiel eine offizielle Ehrung der Mannschaft", bestätigt der Vorsitzende Richard Jungmann. Und selbst wenn er die Hoffnungen auf Titel-Freibier enttäuscht, so wird es immerhin "Getränke zu moderaten Preisen geben". Ein "Danke an die Fans, die uns auch in den schweren Phasen unterstützt haben", sagt Jungmann.



Und so zeigt sich Saarlouis fast schon generös und "lädt vielleicht auch den Gast aus Groß-Umstadt schon während des Spiels zum Mitfeiern ein", wie Wagner vermutet. Eben ein Spiel zum Genießen für Gegner, die unzähligen Fans und vor allem die eigene Mannschaft, erwartet Hoffmann: "Wir wollen noch einmal was zeigen, und wenn es dann mal nicht klappt, ist es auch nicht schlimm."

Dritter NeuzugangEin wenig l'art pour l'art also nach den vergangenen Wochen, in denen die HGS vor allem über den Kampf zu ihren Spiel fand. "Nicht schön spielen, aber gewinnen. Dafür stehen Daniel und Danijel", hatte Grgic noch vor einer Woche das Konzept des Duos Altmeyer-Grgic mit einem Schmunzeln zusammengefasst. Vielleicht dürfte das am Samstag genau umgekehrt sein - wobei gegen einen Sieg zum Abschied aus der Regionalliga Südwest niemand etwas einzuwenden hätte.

Am Freitag hat die HG Saarlouis nun auch eine weitere personelle Weiche für die 2. Liga gestellt: Mit André Lohrbach (19, SVH Kassel) hat sich der Verein eigenen Angaben zufolge auf einen Vertrag bis 2011 geeinigt. Der Linksaußen, der der SZ seine Wechselabsicht bereits Anfang Mai bestätigte, ist der dritte Neuzugang nach Kreisläufer Dennis Koppenburg (HF Untere Saar) und Rechtsaußen Philipp Leist (HSG DJK Nordsaar). "Nicht schön spielen, aber gewinnen. Dafür stehen Daniel und Danijel."

Danijel Grgic, HGS-Spielertrainer