| 20:58 Uhr

HG Saarlouis
Der erste Heimsieg ist eingetütet

Sie haben es nicht verlernt: Nach dem Erfolg gegen Baden-Baden, dem ersten Heimsieg in der neuen Drittliga-Saison, feiern die Handballer der HG Saarlouis wild und ausgelassen auf dem Feld.
Sie haben es nicht verlernt: Nach dem Erfolg gegen Baden-Baden, dem ersten Heimsieg in der neuen Drittliga-Saison, feiern die Handballer der HG Saarlouis wild und ausgelassen auf dem Feld. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Handball-Drittligist HG Saarlouis zeigt beim 33:25 gegen den TVS Baden-Baden einen klaren Aufwärtstrend. Von David Benedyczuk

„Die Erleichterung ist riesig“, unterstrich Philipp Kessler, wie groß die Anspannung bei den Handballern der HG Saarlouis war. Und wie sein Trainer betonte auch Lars Walz die Bedeutung des positiven Ausgangs im zweiten Heimspiel der 3. Liga Süd am Samstag gegen den TVS Baden-Baden: „Das war sehr wichtig, gar keine Frage“, sagte der Linksaußen, nachdem der Zweitliga-Absteiger mit einem 33:25 (16:12)-Sieg nach zwei Niederlagen in die Spur zurückgekehrt war.


Zuvor hatten etwa 850 Zuschauer in der Saarlouiser Stadtgartenhalle ihr Team wie beim Heimdebüt 60 Minuten nach vorne gepeitscht. Dass anders als beim 22:24 gegen Fürstenfeldbruck ein erfreuliches Ergebnis auf der Anzeigetafel stand, lag nicht zuletzt am starken Start: HG-Torwart Patrick Schulz parierte gleich den ersten Gästeversuch durch Maximilian Vollmer. Lars Walz blieb gegenüber zum 1:0 (2.) treffsicher, was auch für die Mitspieler Max Hartz, Toms Lielais und Top-Werfer Quentin Abadie galt, der mit dem ersten seiner acht Tore (drei Siebenmeter) zum 4:0 für einen idealen Saarlouiser Auftakt sorgte (6.). Die Basis war damit gelegt. „Es war ja ein Start-Ziel-Sieg – besser geht es fast nicht. Wenn man immer hinterher äuft, wird es einfach sehr schwer. Das ist uns gegen Fürstenfeldbruck passiert“, zog Lars Walz den Vergleich zur Heimpremiere.

Als er nach Vorlage seines Bruders Peter Walz auf 6:1 gestellt hatte, nahm Baden-Badens Trainer Ralf Ludwig die erste Auszeit (8.). „Dank einer stabilen Abwehr ziehen wir früh weg. Da hat das Team direkt die erwartete Reaktion gezeigt“, lobte Trainer Kessler. Danach fanden die Gäste aber besser ins Spiel. Nachdem Lars Walz auf 11:4 gestellt hatte (17.), trafen sie drei Mal in Folge. Mit vier Toren Vorsprung für die HG ging es auch in die Pause.



Danach legte Saarlouis erneut gut los. Der Lette Lielais packte mehrfach den Hammer aus. Rechtsaußen Philipp Leist wurde ebenfalls oft gefunden, traf mit einem seiner sechs Tore zum 22:17 (39.) – ehe wieder Spannung aufkam, weil die HG hinten wie vorne nachlässig wurde. Vor allem Baden-Badens Top-Schütze Jonas Schuster bekam zu viel Platz und erzielte sieben von acht Toren in Hälfte zwei. „Das war eine Phase, wo unser Spiel zu statisch wird, wir die Zweikämpfe nicht mehr gewinnen und technische Fehler machen“, sagte Kessler, der beim 23:20 eine Auszeit nahm. Die brachte erst wenig, denn nach Foul samt Zeitstrafe für den ansonsten soliden Dominik Riffel, der hinten mit Peter Walz im Mittelblock agierte, traf Simon Bornhäußer per Siebenmeter gar zum 23:25 (47.).

Dafür sollte sich der Wechsel im Tor auszahlen: In der Endphase kam Darius Jonczyk für Schulz und nahm den Gästen den Wind aus den Segeln. Mit einem gehaltenen Siebenmeter brachte er die Halle zum Kochen (54.), und die Gegenwehr des Aufsteigers vollends zum Erliegen. Gegenüber wuchtete der lange geschonte, weil angeschlagene Josip Grbavac den Ball zum 29:24 in den Winkel (55.), danach zog Saarlouis dank weiterer Jonczyk-Paraden klar davon. „Darius war grippekrank, ist aber einer, der die Emotionen in der Halle aufsaugt und so immer ein paar Dinger fischt“, lobte Kessler das HG-Urgestein – ebenso die Abwehr: „Er hat da auch von der hintenraus wieder stabilen Deckung profitiert.“ Zu der trug auch Kessler bei, denn wie schon beim Startsieg in Haßloch brachte er sich in der Endphase selbst. „Ein bisschen Feiern ist sicher drin – zumal der Trainer ja sein Heimdebüt hatte“, sagte Leist. Wobei der Trainer den Blick schon nach vorne richtete: „Jeder weiß, dass wir noch viel zu tun haben, bis sich ein gefestigtes Niveau einstellt.“ Am Samstag soll zu Hause gegen Schlusslicht HC Oppenweiler/Backnang (19.30 Uhr) der nächste Schritt erfolgen.