HG Saarlouis feiert achten Sieg in Serie

HG Saarlouis feiert achten Sieg in Serie : Der Handball-Wahnsinn ist zurück

Die HG Saarlouis schlägt Dansenberg im Drittliga-Derby vor 1500 begeisterten Zuschauern in der Stadtgartenhalle.

Die 1500 Zuschauer beim Drittliga-Derby zwischen der HG Saarlouis und dem TuS Dansenberg mussten am Freitagabend erst einmal warten, bis die große Handballparty in der vollbesetzten Stadtgartenhalle beginnen konnte: Das Schiedsrichter-Gespann wurde auf der Anreise aus Dachau vom Stau ausgebremst. Das Duell des Tabellensechsten der 3. Liga Süd gegen den Zweiten begann mit halbstündiger Verspätung. Doch das Warten sollte sich lohnen, sogar in doppelter Hinsicht: Die Fans bekamen nicht nur ein packendes Derby geboten, sondern einen Handball-Krimi, den Saarlouis letztlich mit einem 27:26 (15:14)-Erfolg und dem nunmehr achten Sieg in Folge krönte.

„Wir haben es am Ende durch unsere Qualität geregelt“, sagte HG-Trainer Philipp Kessler zur dramatischen Schlussphase, die mit ständigen Wechseln zwischen Euphorie und Bangen einherging. „Sensationell, wie die Fans uns nach vorne gepeitscht haben“, trug aus Kesslers Sicht auch das Publikum zum Erhalt der Siegesserie bei.

Auf dem Feld lief es dann nach jenem Motto, das bereits beim 21:21 im Hinspiel galt: Walz sorgt für Trauer in der Pfalz. In Kaiserslautern war es Lars Walz, der Saarlouis mit der letzten Aktion einen Punkt rettete. Diesmal machte sein älterer Bruder und HG-Kapitän Peter Walz zwei Zähler draus, als er im letzten Saarlouiser Angriff ein perfekt getimtes Anspiel von Josip Grbavac an den Kreis mit seiner Entschlossenheit zum 27:26 ins Tor wuchtete. Nach einer Auszeit blieben Dansenberg daraufhin 14 Sekunden – doch die letzte Chance verpuffte.

„Ein Schlüssel lag definitiv in unserer Wurfquote“, sagte Rechtsaußen Philipp Leist nach den ersten Feierlichkeiten auf dem Feld: „Dansenberg hat mit Kevin Klier einen der besten, wenn nicht den besten Torhüter der Liga. Der hat in den ersten 20 Minuten keinen Ball gehalten – abgesehen von meinem Siebenmeter“, blickte er auf die Startphase, in der Leist mit seinem Fehlwurf das 1:2 verpasste. In der Folge konnte sich der Tabellenzweite zunächst absetzen: Loic Laurent, mit neun Toren bester Werfer im Spiel, traf per Siebenmeter zum 6:10 aus HG-Sicht (17. Minute).

Dann kam Saarlouis immer besser auf Touren. Die Gastgeber schafften rasch die Wende. Leist zwang Dansenbergs Trainer Peter de Hooge mit dem 14:12 zur Auszeit (25.) – und machte seinen frühen Fauxpas am Ende mehr als wett, indem er bis zu seinem letzten Tor zum 19:17 (40.) alle sieben Versuche aus dem Feld verwandelte. Die Gäste ließen sich in Hälfte zwei dennoch nicht abschütteln, auch nicht, als Dansenbergs Abwehrchef Christopher Seitz wegen der dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde (45.). Jan Claussen traf anderthalb Minuten vor Ende zum 26:26-Ausgleich, woraufhin Kessler nochmal zur Auszeit griff.

Peter Walz, der zuvor meist im Rückraum agiert hatte, wurde an den Kreis beordert – dort setzte Grbavac den Kapitän in Szene und dieser dem Wahnsinn die Krone auf. „Wir haben nicht die Nerven verloren, obwohl es ein enges Spiel war und wir schon 6:10 hinten lagen. Wir haben das gemacht, was uns zuletzt ausgezeichnet hat: Solide unsere Sachen durchspielen und immer darauf vertrauen, dass das, was wir besprochen haben, auch funktioniert“, beschrieb Leist das Erfolgsrezept.

Die HG Saarlouis steht nun bei 32:20 Punkten. Hält die Serie am Samstag um 20 Uhr beim Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen II an (34:18 Zähler), macht sie weiteren Boden gut. Selbst der Zweite Dansenberg ist nur noch drei Punkte weg. Das Warten auf den neuen Meister der 3. Liga Süd hat dagegen ein Ende: Der Spitzenreiter HSG Konstanz nutzte die Saarlouiser Steilvorlage und ist vier Partien vor Schluss nicht mehr einzuholen.

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