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HF Illtal greifen nach dem Titel

HF Illtal greifen nach dem Titel

Am Sonntag wird in der Eppelborner Hellberghalle eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft in der Handball-Oberliga fallen. Der Tabellenzweite HF Illtal empfängt den Spitzenreiter Mundenheim.

Den "Charakter eines Endspiels" will auch Steffen Ecker der anstehenden Begegnung nicht absprechen. Doch der Trainer des Oberligisten Handballfreunde Illtal ist amtsgemäß um Schalldämmung bemüht. In der donnernden Endphase der Saison sei der Aufbau von "Druck durch Erwartungen sicher kontraproduktiv". Daher gehe es jetzt einfach "viel um Lockerheit, auch im Training". Nervosität könne böse Folgen haben.

Die HF Illtal empfangen an diesem Sonntag die VTV Mundenheim zum Spitzenspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (RPS). Anwurf in der Eppelborner Hellberghalle ist um 18 Uhr. Die Halle wird mit 700 Zuschauern an ihre Belastungsgrenze kommen. Es ist der drittletzte Spieltag. Tabellenführer Mundenheim hat einen Zähler mehr auf dem Punktekonto. Der Sieger wird für eine Vorentscheidung im Titelkampf sorgen. Er hat es dann selbst in der Hand, wer Meister und damit Aufsteiger in die 3. Liga wird.

Gleich, wie das Spiel am Sonntag ausgeht, für den Gesamtverein HF Illtal sei die laufende Saison "schon jetzt die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte", betont Präsidiumsmitglied Volker John. Die zweite Mannschaft der Illtaler Zebras hat frühzeitig die Meisterschaft in der Verbandsliga und damit den Aufstieg in die Saarlandliga klar gemacht. Auch die A-Jugend wurde Saarlandliga-Meister und spielt damit kommende Saison überregional in der RPS-Oberliga.

In seiner Funktion als sportlicher Leiter der ersten Herrenmannschaft spricht Volker John dann doch noch aus, was alle denken: "Wir knüpfen seit Jahren an die Erfolge der Vorjahre an. Aber klar, wenn man Blut geleckt hat, dann will man auch mal den Lorbeerkranz tragen." Die Platzierungen der letzten Oberliga-Jahre lesen sich so: Platz 8 in der Saison 2011/2012 sowie 2012/2013, Platz 3 in 2013/2014, Vizemeister im vergangenen Jahr. Die HF Illtal haben sich im Saarland hinter der HG Saarlouis als zweite Kraft etabliert.

Neben den semiprofessionellen Strukturen, einer unaufgeregten Vereinsführung und der extraordinären Unterstützung von den Rängen (Schnitt 450 Zuschauer) ist der Erfolg der vergangenen Jahre untrennbar mit der Person Steffen Ecker verbunden. Ecker übernahm im Frühjahr 2012, selbst gerade 34 Jahre alt, die HFI in einer Talsohle (neun Punkte aus 16 Spielen). Seither geht es stetig bergauf. Zuletzt so erfolgreich waren die Illtaler in der Saison 2004/2005, als der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Der direkte Wiederabstieg offenbarte das Unternehmen jedoch als Parforceritt eines zu schmalen und ausrechenbaren Kaders. Die HFI haben ihre Lektion daraus gelernt, und der Trainer hat ein Händchen für Perspektivspieler aus den eigenen Reihen.

"Die Mannschaft ist enorm breit aufgestellt und auf allen Positionen sehr torgefährlich. Die Abwehr spielt vorausschauend und körperbetont." So beschreibt Steffen Ecker den kommenden Gegner aus Mundenheim. So würde wohl auch der Mundenheimer Trainer, Patrick Horlacher, die HFI beschreiben. Es ist nicht annähernd einschätzbar, wer am Sonntag das Spiel gewinnen wird. Einen Favoriten gibt es nicht. In Anbetracht der taktischen und spielerischen Gleichwertigkeit werden am Ende individuelle Faktoren den Ausschlag geben. "Entscheidend wird sein, wer die Nervosität am besten in den Griff bekommt", sagt Ecker.