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Heynckes hat die Lederhose noch

München. Der Wunschtrainer Louis van Gaal hängt in der Warteschleife, aber im Endspurt der Fußball-Bundesliga setzt der FC Bayern München mit seinem Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes zum Höhenflug an. "Der Glaube an die Meisterschaft ist groß. Es ist eine Aufbruchstimmung in der Mannschaft zu erkennen", berichtet Torhüter Jörg Butt Von Klaus Bergmann und Thomas Burmeister (dpa)

München. Der Wunschtrainer Louis van Gaal hängt in der Warteschleife, aber im Endspurt der Fußball-Bundesliga setzt der FC Bayern München mit seinem Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes zum Höhenflug an. "Der Glaube an die Meisterschaft ist groß. Es ist eine Aufbruchstimmung in der Mannschaft zu erkennen", berichtet Torhüter Jörg Butt. 15 Tage nach der Trennung von Jürgen Klinsmann könnte der Meister heute erstmals in dieser Saison die Tabellenführung erobern. Allerdings vermeidet Heynckes Gerede vom Titel: "Es nützt uns nichts, irgendetwas hinauszuposaunen."



Zwei Treffer liegen die Bayern in der Tordifferenz hinter dem punktgleichen Spitzenreiter VfL Wolfsburg, der heute im Heimspiel gegen Borussia Dortmund eine schwere Aufgabe lösen müssen (siehe weiteren Text). Die Bayern empfangen Leverkusen. Der letzte Bayer-Sieg in München liegt 20 Jahre zurück. Kopflos auf Torejagd gehen werde man aber nicht, betont Heynckes. Die Münchner Meister-Formel lautet: Drei Siege gleich 22. Titel.

Der Vierkampf mit Wolfsburg, Hertha BSC und dem VfB Stuttgart berge Gefahren, warnt Heynckes: "Wer ein Spiel verliert, spielt wohl nächste Saison in der Europa Liga." Seinen Wunsch fürs Saisonfinale am 23. Mai: "Hoffentlich wird das letzte Spiel zu Hause gegen Stuttgart ein Endspiel." Die Lederhose für eine Meister-Feier hat der 64-Jährige, der die Bayern 1989 und 1990 zum Titel führte, noch daheim im Schrank hängen: "Passen würde sie auf jeden Fall noch."

Mit Franck Ribéry soll nach dessen Kurzeinsatz beim 3:1 bei Energie Cottbus heute der Angriffsmotor von Anfang an auf Touren laufen. "Franck hat gut trainiert, er spielt", sagt Heynckes. In Geduld üben muss sich nach seiner Verletzung Miroslav Klose. "Miro ist schon ungeduldig, aber ich möchte im Moment vorne nicht wechseln", sagt Heynckes. Toni und Podolski spielen im Sturm. Der wiedergenesene Zé Roberto sitzt wohl auf der Bank.

Auch wenn im Poker um Van Gaal, 57, der neue niederländische Meister AZ Alkmaar sich als harter Widersacher erweist, wehrt Heynckes Spekulationen um seine Person ab: "Ich mache das hier vier Wochen. So hatten wir das vereinbart." Van Gaal müsse seinen bis 2010 laufenden Vertrag erfüllen, verlangt Alkmaars Club-Chef Dirk Scheringa: "Ich weiß, dass ich mit einem Top-Trainer in die Champions League will, und zwar mit Louis van Gaal. Deshalb bestehe ich darauf, dass er seinen Vertrag erfüllt". Der FC Bayern lehnt eine Ablösezahlung jedenfalls ab. Manager Uli Hoeneß pokert und sagt: "Ich halte den Wechsel im Moment für sehr gefährdet."



Auf einen Blick

Der Wechsel von Diego von Werder Bremen für 25 Millionen Euro zu Juventus Turin ist nicht perfekt. "Es wäre falsch, wenn sie das behaupten", sagt Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Bayern München ist auch noch im Rennen. Manager Uli Hoeneß sagt, er habe das Gefühl, dass Diego zum FCB will. Allofs kokettiert auch mit einem Verbleib Diegos, der wegen eines Muskelfaserrisses ausfällt: "Wir müssen ihn nicht verkaufen. Wir haben mit ihm einen Vertrag bis 2011. Wir prüfen, ob es Sinn macht, einen Spieler abzugeben, der unsere Fans Woche für Woche begeistert, oder den Spieler glücklich zu machen und Geld in die Kasse zu holen." dpa