Heute startet die Deutschland-Rallye rund um den Bostalsee

Rallye : Auf der Römerstraße geht’s zur Sache

Die Wertungsprüfung zwischen Mainzweiler und Marpingen ist die schnellste der Rallye. Und ab 6 Uhr gibt’s ein herzhaftes Rallye-Frühstück.

Ein lautes Motorengeräusch unterbricht am Mittwochmorgen abrupt das Gespräch mit Guido Schirra aus Urexweiler, dem stellvertretenden Leiter der Wertungsprüfung (WP) Römerstraße. „Der Aufschrieb ist in vollem Gange, Fabian Kreim im Skoda Fabia R5 Evo war um 8 Uhr der Erste, der über die Strecke ist“, berichtet Schirra.

Kreim, der WM-Führende Este Ott Tänak (Sieger der Deutschland-Rallye 2017 und 2018) und ihre Rivalen fahren dabei die Strecke zur Besichtigung in gemütlichen Tempo ab. Schneller werden die Piloten am Samstag, 24. August, (ab 9.12 Uhr und ab 12.12 Uhr) über den Asphalt der 12,28 Kilometer WP Römerstraße zwischen Mainzweiler, Urexweiler und Marpingen rasen. „Wir haben hier Spitzengeschwindigkeiten bis zu 190 Stundenkilometern, es ist die schnellste WP bei der Rallye“, sagt Schirra.

Fast unverändert ist die Etappe mittlerweile zum dritten Mal im Programm der Rallye. „Auf der Rheinstraße in Richtung Marpingen haben wir eine neue Schikane eingebaut, dann müssen die Piloten vor dem Ziel noch etwas abbremsen“, teilt Schirra mit. Er freut sich, dass die beiden Durchgänge auf der WP nun erstmals in einem Abstand von drei Stunden gestartet werden. „Dann ist die Pause nicht so lang – und den Streckenposten wird es nicht langweilig“, scherzt er.

Die Vereine, die sich um Organisation und Bewirtung kümmern, waren von der Änderung gegenüber den beiden Vorjahren nicht so begeistert. „Es ist schon etwas schwieriger für die Vereine geworden, weil die Helfer bereits um 4 Uhr ihren Dienst antreten müssen. Für diese Uhrzeit muss man auch Personal finden“, erläutert Florian Rech, Pressesprecher der Marpinger Gemeindeverwaltung.

250 Helfer sind im Einsatz, ab 6 Uhr wird ein herzhaftes Frühstück für die Rallye-Fans angeboten. Rund 10 000 Besucher waren im Vorjahr an der Strecke. „Die Rallye ist eine schöne Sache, aber wegen Naturschutz und verkehrstechnischen Gründen nicht unumstritten“, weiß Rech. Auf der anderen Seite gebe die Rallye den Vereinen die Möglichkeit, nicht unerhebliche Gelder generieren zu können. „Das Geld kommt dann letztlich dem Kultur- und Gesellschaftsleben zugute“, stellt er fest. Zudem diene die Veranstaltung der Gemeinde als Werbeplattform. „Wir tauchen in den internationalen Medien auf“, sagt Rech. Und auf dem Urexweiler Campingplatz würden sich mittlerweile Motorsportfreunde aus ganz Europa wohlfühlen. „Das ist ein angenehmes Publikum“, betont der Pressesprecher.

Ein Großteil der Rallyefans wird ihr Lager wieder auf der Wiesenfläche am Zuschauerpunkt 4 (Z4) direkt an der Landstraße zwischen Remmesweiler und Urexweiler aufschlagen. Mittlerweile wird der Punkt in der Szene als „Adamloch“ bezeichnet, weil 2017 hier bei dem schwierigen Sprung auf die Landstraße viele Opel Adam abflogen. Der Z3 „Panorama“ ohne Bewirtung bietet eine weite Sicht auf große Streckenteile. Auch der Z5 „Keltenhof“ an der verlängerten Ringelgasse ist interessant – unmittelbar an einer scharfen Kurve, um die die Piloten mit den Boliden in hoher Geschwindigkeit driften. „Auf Anregung der Gemeindeverwaltung wurde der Zuschauer-
punkt noch aufgewertet“, teilt Rech mit. Dort wird eine Videowand aufgebaut, auf der die Sekundenjagd live verfolgt werden kann. Zudem kommentiert ein ADAC-Moderator das Geschehen auf dem Asphalt.

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