Hertha überrascht schon wieder

Hertha überrascht schon wieder

Genau wie vergangenes Jahr hatte Hertha BSC vor dem Bundesliga-Start kaum jemand auf der Rechnung. Doch der erfolgreiche Start macht den Berlinern Hoffnung auf eine erneute Überraschungssaison.

Hertha BSC beweist Humor. "Während alle Hauptstädte in Europa Dienstag und Mittwoch zu tun haben", schrieb der Club bei Twitter , "gönnt sich Berlin 'ne Molle am Späti". Also ein Bier im Spätverkauf. Geht die neue Bundesliga-Saison so weiter wie bisher, dann ist auch die deutsche Hauptstadt im nächsten Jahr in der Champions League vertreten. Denn Hertha überrascht schon wieder alle.

Vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (17.30 Uhr/Sky) gegen Schalke 04 stehen die ungeschlagenen Berliner auf Platz zwei der Tabelle - punktgleich mit Rekordmeister Bayern München. Dabei hatte nach der nur mäßigen Vorbereitung, den wenig namhaften Neuzugängen und dem Aus in der Qualifikation zur Europa League kaum jemand Hertha erneut in der Spitzengruppe erwartet.

"Das war ein guter Start, keine Frage", sagt Kapitän Vedad Ibisevic: "Aber es sind erst zwei Spiele gespielt. Die Saison geht weiter." Auch Sturmkollege Julian Schieber, der mit zwei Treffern als Einwechselspieler glänzte, meint: "Wenn wir jetzt nachlassen, landen wir schnell im Mittelfeld."

Der erfolgsbesessene Trainer Pal Dardai dürfte jedoch in der Kabine und auf dem Trainingsplatz dafür sorgen, dass seine Spieler nicht abheben. "Ich werde jetzt keinen Sekt öffnen", hatte der Ungar schon nach dem 2:0 beim FC Ingolstadt gesagt. Dardai hat nicht vergessen, dass sein Team in der insgesamt starken Vorsaison zum Ende hin stark nachgelassen hat, auch weil im Umfeld zu viel von der Champions League geredet worden war. Sollte Hertha aber auch gegen Schalke gewinnen und damit erstmals in der Clubgeschichte mit drei Siegen in eine Bundesliga-Saison starten, dürfte die Königsklasse bald wieder ein Thema in der Hauptstadt sein.

Den Druck sehen die Berliner aber bei den Königsblauen. "Die stehen unter Zugzwang", sagt Ibisevic. Der bosnische Torjäger warnt aber zugleich: "Schalke ist trotzdem eine sehr gute Mannschaft mit viel Qualität. Das wird ein hartes Stück Arbeit für uns." Personell bangt Dardai um den Einsatz seines Abwehrchefs John Anthony Brooks, der sich mit Adduktoren-Problemen plagt. Die zuletzt angeschlagenen Sebastian Langkamp (Rückenprobleme), Per Skjelbred (Oberschenkelzerrung) und Mitchell Weiser (Fußschmerzen) dürften rechtzeitig fit werden - allesamt beinahe namenlose Profis im Vergleich zu den Stars der Konkurrenz-Mannschaften.

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