Herbstmeister 1. FC Saarbrücken dominiert die Regionalliga

Fußball : Der Herbstmeister dominiert die Liga

1. FC Saarbrücken besiegt Offenbach mit 5:0. Glaube an Pokal-Wunder wächst. Müller und Mendler verlängern Verträge.

Mit einem letztlich mehr als souveränen 5:0 (3:0)-Erfolg gegen Kickers Offenbach sicherte sich der 1. FC Saarbrücken drei Spieltage vor Ende der Vorrunde die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Regionalliga Südwest. „Die Mannschaft hat gezeigt, warum sie da vorne steht“, zollte selbst Gästetrainer Steven Kessler dem Auftritt der Blau-Schwarzen Respekt. Doch während das Team und die 3700 Fans im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion noch feierten, betätigte sich FCS-Trainer Dirk Lottner als Euphoriebremse: „Hört sich alles sehr positiv an. Aber gerade in der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Bis zur Roten Karte waren wir gar nicht im Spiel.“

17 Minuten neutralisierten sich beide Teams, dann wurde es spiel­entscheidend. Christopher Schorch spielte durch die Mitte auf Sebastian Jacob und der direkt weiter auf Fabian Eisele. Gerrit Gohlke riss Eisele als letzter Mann um, Schiedsrichter Tobias Fritsch schickte den Offenbacher zum Duschen.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Eisele erkämpfte den Ball an der gegnerischen Grundlinie gegen den indisponierten Richard Weil, legte ab, und Jacob besorgte das 1:0 (31.). Der Schussversuch von Kapitän Manuel Zeitz geriet zum Traumpass für Jacob, der auf 2:0 (37.) erhöhte. Dann narrte Guillian Jurcher Weil, traf aus spitzem Winkel zum 3:0 (41.).

Nach dem Wechsel, einer Flanke von Tobias Jänicke und einem kapitalen Fehler von OFC-Schlussmann Dominik Draband erhöhte Jacob gar auf 4:0 (49.). Die ersten vier Torschüsse des FCS landeten alle im OFC-Tor. „Ich war fast komplett schmerzfrei und fühlte mich dementsprechend gut“, sagte Jacob, der nun 13 Saisontreffer auf dem Konto hat: „Wir haben nach der Roten Karte das Geschenk angenommen.“

Vor dem Spiel wurde bekannt, dass Abwehrspieler Mario Müller und Spielmacher Markus Mendler ihre Verträge beim FCS liga-unabhängig bis 2022 verlängert haben. Sportdirektor Marcus Mann bastelt also eifrig an der Mannschaft, die nächstes Jahr dann in der 3. Liga bestehen soll. „Wir sind sehr froh, dass sich die beiden für uns entschieden haben“, sagte Mann: „Und das trotz Angeboten von anderen Clubs.“

Dass die Meisterschaft angesichts von nunmehr acht Punkten Vorsprung nur über den FCS geht, zeigte die Mannschaft im zweiten Durchgang. Gegen völlig überforderte Offenbacher wären auch sieben, acht oder gar neun Tore möglich gewesen. Doch nur Mendler brachte den Ball noch einmal im Gehäuse unter (80.). Leistung und Ergebnis wecken jedenfalls Vorfreude und auch die Hoffnung auf eine Überraschung im DFB-Pokalspiel an diesem Dienstag gegen den schwächelnden Bundesligisten 1. FC Köln (18.30 Uhr).

„Wir wollen in der Liga bis zur Winterpause den größtmöglichen Puffer haben“, sagte FCS-Verteidiger Boné Uaferro zu den Prioritäten. Dennoch ist der Pokal auch für ihn ein besonderes Spiel: „Köln ist meine zweite Heimat. Das ist etwas Besonderes, ich habe da viele Freunde. Ich hoffe, dass der Trainer mich aufstellt.“ Er und auch die Fans träumen von der Sensation. „Dienstag ist die Kür“, sagte Torjäger Jacob: „Danach freue ich mich auf die Spiele gegen Elversberg und Homburg. Das Derby ist ja mit das Geilste überhaupt.“ Und der Herbstmeister scheint stark genug, alle Aufgaben souverän und erfolgreich zu meistern. Die Silbe „Herbst“ soll schnellstmöglich gestrichen werden.

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