Henrik Schmitt vom KV Riegelsberg und Steven Ecker vom KSV Köllerbach sind deutsche Meister

Ringen : Titel trotz Sorgen in der Vorbereitung

Henrik Lars Schmitt vom KV Riegelsberg und Steven Ecker vom KSV Köllerbach sind deutsche Junioren-Meister im griechisch-römischen Stil, obwohl sie vor den Titelkämpfen allerlei Probleme hatten.

Als Henrik Lars Schmitt vom KV Riegelsberg auf die oberste Stufe des Treppchens kletterte, war es ein besonderer Moment für den 19-Jährigen. Gerade war er im sächsischen Plauen bei seinen letzten Junioren-Meisterschaften im Ringen deutscher Meister geworden. „Ich habe es für meinen Trainer Gerhard Thiel gemacht“, sagt Schmitt, den alle „Henner“ rufen. Er erklärt: „Mit fünf Jahren hatte ich mein erstes Training bei ihm. Seither arbeiten wir zusammen. Als ich im letzten Jahr meine Leistung nicht mehr auf die Matte brachte, haben sich manche von mir abgewendet. Gerhard war immer für mich da.“

Das vergangene Jahr war vielleicht das schwierigste in der jungen Karriere von Schmitt: Erst der Knick in der Formkurve, den er heute als „reine Kopfsache“ beschreibt. Dann die schwere Verletzung: Syndesmoseriss. An einen kontinuierlichen Leistungsaufbau war nicht zu denken. An eine Titelchance in Plauen schon gar nicht. „Ich hatte mächtig zugelegt, wog 72 Kilo, normalerweise sind es 66“, sagt Schmitt, der in der Klasse bis 63 Kilogramm angetreten war und die gesamte deutsche Elite aus dem Feld warf – auch Topfavorit Andrej Janzen vom AV Freiburg St. Georgen. „Im Finale habe ich dann einen Kopfzug angewendet“, erzählt Schmitt, „das ist eine Technik, die ich im Training mit meinem Mannschaftskollegen Dennis Decker oft geübt habe.“

Als neuer deutscher Meister hat der Griechisch-Römisch-Experte nun einen Wunsch. „Ich möchte einen internationalen Einsatz für Deutschland haben. Ich habe bei den Meisterschaften in vier Kämpfen nur einen Punkt abgegeben. Mehr empfehlen kann ich mich nicht. Aber die Entscheidung trifft der Bundestrainer“, sagt Schmitt.

Steven Ecker ist dagegen wieder im Nationalmannschaftstrikot auf die Matte gegangen. Der neue deutsche Junioren-Meister in der Klasse bis 55 Kilogramm nahm an einem Turnier in Kroatien teil, wo er Rang zwei belegte. „Die Vorbereitung auf die Meisterschaften war auch bei mir alles andere als optimal“, sagt der 18-Jährige, der für den KSV Köllerbach in der Bundesliga startet: „Erst hatte ich mir eine Schulterverletzung zugezogen und in der heißen Phase dann einen fiebrigen Infekt.“ Dass er in Plauen noch durch die Qualifikation eine Runde mehr bestehen musste als die Konkurrenz, war sicher auch kein Vorteil.

Hinzu kam, dass veränderte internationale Regeln beim Wiegen galten, wonach man an beiden Kampftagen das Gewicht bringen muss. „Das macht es nicht einfacher“, sagt Ecker. Im Finale gegen Jonas Lenz vom SV Untergriesbach machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Ecker führte mit 3:0, musste dann eine Zweier-Wertung abgeben. „Ich habe es aber irgendwie über die Zeit gebracht“, erklärt der Köllerbacher.

Die Zeit beim Saarländischen Ringer-Verband und im Training an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken ist für Ecker beendet. Er hat ein Angebot aus Frankfurt/Oder angenommen. „Auch dort habe ich gute Trainingsmöglichkeiten, kann eine Ausbildung bei der Polizei beginnen und werde in die Sportfördergruppe aufgenommen“, erklärt Ecker. Er betont: „Für die Bundesliga stehe ich dem KSV köllerbach weiter zur Verfügung.“

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