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Squash
Hennes erlebt Höhepunkt zum zweiten Mal

Squash-Spielerin Franziska Hennes aus Homburg schlägt bei den World Games in Polen auf.
Squash-Spielerin Franziska Hennes aus Homburg schlägt bei den World Games in Polen auf. FOTO: Paderborner SC
Saarbrücken/Paderborn. Die Squash-Spielerin aus Homburg wurde in letzter Minute für die World Games der nicht-olympischen Sportarten in Polen nominiert.

Saisonpause. Einen Gang herunterfahren. Franziska Hennes hatte sich gerade an die sportliche Auszeit gewöhnt. Dann kam am 14. Juni die Nachnominierung für die World Games – dem Höhepunkt für alle nicht-olympischen Sportarten. Bei der zehnten Auflage im polnischen Breslau sind neben der Squash-Spielerin aus Homburg weitere 133 deutsche Athleten dabei.


Die deutsche Mannschaft will an die Erfolge von vor vier Jahren anknüpfen. 2013 im kolumbianischen Cali gewann sie 15 Mal Gold, sieben Mal Silber und acht Mal Bronze. In 23 von 27 Sportarten sind die deutschen Athleten diesmal vertreten. Squash gehört dazu. „Man hat nur alle vier Jahre die Möglichkeit teilzunehmen“, erklärt Squash-Bundestrainer Oliver Pettke. „Es ist für alle die Chance, einmal in der Öffentlichkeit zu stehen.“

Franziska Hennes, die amtierende deutsche Meisterin im Squash, ist bereits zum zweiten Mal nach 2013 dabei. Zwei Männer und eine Frau dürften in der Regel zu dem Turnier fahren. Dieses Mal ist es eine Spielerin mehr. Hennes stand auf der Nachrücker-Liste. Dank mehrerer Ausfälle hat es für sie knapp vier Wochen vor Turnierbeginn doch noch für eine Nominierung gereicht. Die kurze Vorbereitungszeit, für Hennes kein Hindernis. „Alleine die Vorfreude und die Tatsache, dass man teilnehmen darf, motivieren“, erzählt die 25-Jährige. Denn die World Games seien das Höchste überhaupt. Das Ziel einer Squash-Karriere.



Die begann für Hennes mit acht Jahren in Homburg. Eigentlich spielte sie in einer Mädchen-Mannschaft Fußball. Ihre Mutter nahm sie dann mit in die Squash-Halle. Die Rückschlagsportart begeisterte Hennes vom ersten Tag an. Ihr Titelgewinn bei der deutschen Meisterschaft der unter 15-Jährigen: „total überraschend für mich und alle anderen“, sagt sie. Der Squash-Sport wird für Hennes über die Jahre immer wichtiger. Als Sportsoldatin ist sie zwischenzeitlich bei der Bundeswehr in Köln stationiert. Aber die Trainingsbedingungen gefallen ihr nicht. Hennes zieht nach Paderborn und setzt alles auf Squash. Sie trainiert am deutschen Squash-Leistungszentrum, beim Paderboner Squash Club. In ihre Heimat, das Saarland, verschlägt es sie noch regelmäßig – um Freunde und Familie zu besuchen.

Zwischen 2013 und 2017 wird Hennes drei Mal deutsche Meisterin im Einzel. Auf die Weltranglisten-Turniere verzichtet sie. Zu viel Zeit müsste sie dafür investieren. Zeit, die sie nicht habe, sagt sie. Denn neben dem Sport macht Hennes gerade eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

Für die World Games hat sie Urlaub bekommen. Am 23. Juli startet das Turnier für die Squash-Spieler. Ihre erste Gegnerin kennt Hennes noch aus ihrer Jugend-Zeit: Nadine Shahin aus Ägypten. „Sie ist ziemlich gut“, sagt Hennes. Trotzdem hofft sie, in die zweite Turnier-Runde einzuziehen. Zu viel Druck wolle sie sich aber nicht machen. „Der Kopf ist oft entscheidend, vor allem bei solchen Turnieren, bei denen man weiß, jetzt geht es um was“, sagt sie. Hennes ist optimistisch. Aufgeben gibt es für sie nicht.

Und wechseln zu einer anderen, einer olympischen Sportart? Auch das kommt für Hennes nicht in Frage. Viele der deutschen Squasher seien wie eine Familie für sie. „In diesen Momenten vergleicht man das nicht mit finanziellen Werten. Ob der Sport jetzt olympisch ist oder nicht, das ist eher Nebensache“, sagt Hennes. Es sei einfach die Liebe zum Sport, die über Jahre gewachsen sei.