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Heldt will Schalke als Nummer zwei etablieren

Horst Heldt, Schalkes Sportchef, erklärte gestern seine Visionen beim Kaffee. Foto: Naupold/dpa
Horst Heldt, Schalkes Sportchef, erklärte gestern seine Visionen beim Kaffee. Foto: Naupold/dpa
Düsseldorf. Der übermächtige FC Bayern München ist derzeit kein Maßstab, doch Horst Heldt will den FC Schalke 04 mittelfristig wieder vor dem Rivalen Borussia Dortmund platzieren. "Wir müssen dahin kommen, zu sagen: Wenn der FC Bayern, der normalerweise in zehn Jahren neunmal Meister wird, schwächelt, dann darf kein anderer Verein da sein, um die Chance zu nutzen

Düsseldorf. Der übermächtige FC Bayern München ist derzeit kein Maßstab, doch Horst Heldt will den FC Schalke 04 mittelfristig wieder vor dem Rivalen Borussia Dortmund platzieren. "Wir müssen dahin kommen, zu sagen: Wenn der FC Bayern, der normalerweise in zehn Jahren neunmal Meister wird, schwächelt, dann darf kein anderer Verein da sein, um die Chance zu nutzen. Dann muss der FC Schalke da sein. Das war in den vergangenen Jahren nicht so", räumte der Manager ein. Er schaue anerkennend zum Nachbarn BVB, der in den vergangenen zwei Jahren dem derzeit wieder souveränen Spitzenreiter aus München zumindest vorübergehend national den Rang ablief. "Wir erkennen neidlos an, dass der BVB in den vergangenen zwei, drei Jahren bessere Entscheidungen getroffen hat als die meisten anderen Konkurrenten. Und da sie zweimal Meister geworden sind, haben sie sogar viele bessere Entscheidungen getroffen als die Bayern. Oder als Schalke 04", gestand Heldt.


Gleichzeitig erklärte er, dass es ihn wurmt, die Konkurrenz vor den Königsblauen zu sehen. "Das ist ärgerlich genug, weil wir bessere Voraussetzungen und in vielerlei Hinsicht mehr Möglichkeiten hätten." Um den Kader weiter zu optimieren, war Heldt auch in der Winterpause aktiv. Der Ex-Herthaner Raffael wurde von Dynamo Kiew ausgeliehen. Angedacht ist noch die Verpflichtung des brasilianischen Nationalspielers Michel Bastos. Doch Schalke scheint da noch lange nicht so weit wie gedacht. Mit Olympique Lyon habe es noch gar keine Verhandlungen gegeben, verriet er. "Richtig ist: Wir beschäftigen uns aktuell mit dem Spieler. Darüber ist Lyon informiert, und wir haben Kontakt mit dem Spielerberater. Mehr aber noch nicht."

Zwar ist der vorzeitige Abgang von Lewis Holtby, der bereits einen Vertrag bei Tottenham Hotspur vom 1. Juli an hat, keine unbedingte Voraussetzung für den Kauf des angeblich sieben Millionen Euro teuren Bastos. Dennoch pokert Heldt um eine höhere Ablösesumme für den deutschen Nationalspieler. "Den gibt man nicht einfach für einen Schleuderpreis vorzeitig frei." Vehement verteidigte Heldt nochmals die Beförderung des ehemaligen U 17-Trainers Jens Keller zum Chefcoach und geißelte die zum Teil heftige Medienschelte als "Vorverurteilung". Nach der Trennung von Huub Stevens im Winter sei der Verein "in Not" gewesen. Heldt ist sicher, dass der wegen seiner Außendarstellung kritisierte Keller sogar das Format für eine Dauerlösung hat. "Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass er zunächst das Vertrauen bis zum 30. Juni hat. Aber wenn es gut läuft, warum sollte ich diese Situation im Sommer verändern?" dpa