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Heißes Rennen um letzte Plätze

Heißes Rennen um letzte Plätze

Saarbrücken. In Jerez laufen die Testfahrten auf Hochtouren, in drei Wochen startet die Formel 1 in Bahrain in die neue Saison. Doch noch immer ist nicht klar, wie das Starterfeld aussehen wird. Vor allem hinter den neuen Teams USF1 und Campos steht ein Fragezeichen, aber auch hinter dem Force-India-Rennstall von Adrian Sutil (Gräfelding)

Saarbrücken. In Jerez laufen die Testfahrten auf Hochtouren, in drei Wochen startet die Formel 1 in Bahrain in die neue Saison. Doch noch immer ist nicht klar, wie das Starterfeld aussehen wird. Vor allem hinter den neuen Teams USF1 und Campos steht ein Fragezeichen, aber auch hinter dem Force-India-Rennstall von Adrian Sutil (Gräfelding). Die englische Unternehmens-Aufsicht hat eine Auflösung des Rennstalls eingeleitet, weil der Finanzreport für das Jahr 2008 trotz mehrfacher Aufforderung nicht vorgelegt wurde.

Sutil-Team droht AuflösungNur wenn die entsprechenden Zahlen bis 25. Februar nachgereicht werden, kann Teamchef Vijay Mallya die Zerschlagung der Firma noch stoppen. "Wir haben über eine Verlängerung der Frist gesprochen, da wir mehr Zeit brauchen, um die Abrechnungen zu sortieren", erklärt Force-India-Geschäftsführer Otmar Szafnauer. Das spricht nicht gerade für seine Buchhaltung.

Bereits zwei Tage vor dem Rennen am Nürburgring 2009 waren Gerichtsvollzieher bei dem Team aufgetaucht und wollten das Motorhome pfänden. Damals war angeblich Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in die Bresche gesprungen. Adrian Sutil macht sich dennoch keine Sorgen. "Mein Manager hat sich über die Situation erkundigt. Wir gehen davon aus, dass sie alle Auflagen fristgerecht erfüllen", erklärt der Fahrer. Sutil optimistisch: "Dies wird die erste Saison sein, in der ich vom Anfang bis zum Ende zeigen kann, was ich kann. Ich hoffe auf ein paar Podestplätze."

Für Campos und USF1 gibt es eine andere Herausforderung. Nämlich die, überhaupt mitzufahren. "Ich glaube nicht, dass die beiden Teams dabei sein werden - zumindest nicht bei den ersten Rennen", sagt Bernie Ecclestone.

Campos hat massive finanzielle Schwierigkeiten und sucht einen Investor. Die Spanier lassen ihr Chassis bei der italienischen Rennwagenschmiede Dallara fertigen, doch noch immer warten die Italiener auf ihr Geld. Nach spanischen Medienberichten geht es um mehrere Millionen. Zudem fehlt Campos immer noch ein zweiter Fahrer. Bislang hat das Team lediglich Bruno Senna, den Neffen des 1994 tödlich verunglückten Ayrton Senna, unter Vertrag. "Wir arbeiten hart daran, in Bahrain an den Start zu gehen", sagt Teamgründer und Ex-Formel-1-Pilot Adrian Campos (Spanien). Tatsache ist: Gesehen hat das Auto noch niemand. Ebenso wenig wie den Renner von USF1. Auf seiner Homepage präsentiert sich das Team eher wie eine Herrenrunde beim Grill-Ausflug. Auch sie werden in Bahrain wohl nur Zuschauer sein.

Umstrittener TechnikerDafür könnten völlig überraschend die ehemaligen Toyota-Autos am Start stehen und mit ihnen ein Ex-Weltmeister. Der serbische Geschäftsmann Zoran Stefanovic, der in der Rüstungs- und Weltraumindustrie tätig ist und gute Kontakte zu Ecclestone unterhält, hat sich das Erbe des zurückgezogenen Toyota-Teams gesichert. Dazu zählen auch die letztjährigen Autos, alle Pläne und Zeichnungen zur Weiterentwicklung der Boliden - und auch Personal. Kurios: Obwohl das Team nicht zu jenen 13 Rennställen gehört, die vom Weltverband einen Startplatz erhalten haben, hat Stefan-GP bereits zwei 30-Tonnen-Container mit Material nach Bahrain schicken lassen. Zudem sind Testfahrten vom 25. bis 28. Februar in Portugal vorgesehen. Als Fahrer werden Kazuki Nakajima (zuletzt Williams) und Jacques Villeneuve (zuletzt ohne Cockpit) gehandelt. "Ich bin fit und bereit. Ich könnte sofort ins Auto springen", sagt Ex-Weltmeister Villeneuve. "Wir sind sehr nahe an einem Vertrag mit ihm", wird Stefanovic vom englischen Magazin "Autosport" zitiert. Als Techniker hat er unter anderem Mike Coughlan verpflichtet - jenen Mann, der 2007 eine der Hauptfiguren im Spionage-Skandal der Formel 1 war und von McLaren gefeuert wurde. Formel-1-Boss Ecclestone steckt nun in einem Dilemma: Er hat Teams mit Startrechten, denen aber Geld und Auto fehlen. Und er hat ein Team mit Geld und Autos, aber (noch) ohne Startrecht.

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