Heiß auf eine erneute Sensation

Heiß auf eine erneute Sensation

Das Handball-Topturnier für A-Jugend-Nationalmannschaft in Merzig ist ein echter Höhepunkt im saarländischen Sportkalender. In diesem Jahr will die Saarauswahl als Gastgeber wieder mit Siegen glänzen.

Dirk Mathis kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Von mir ist kein Spieler beim DHB dabei, dafür viele vom DHB bei mir", sagt der Landestrainer des Handballverbandes Saar mit Blick auf seinen Kader beim traditionellen Sparkassen-Cup in Merzig . Ab 27. Dezember treten sieben A-Jugend-Nationalmannschaften aus Europa und die Saarauswahl in der Thielsparkhalle gegeneinander an.

In den vergangenen Jahren waren die Toptalente aus dem Saarland nicht selten im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen - 2014 waren es sogar gleich vier an der Zahl (Jerome Müller, Björn Zintel, Michael Schulz, Lars Weissgerber). Diesmal hat Mathis alle Spieler, die schon zu Sichtungsmaßnahmen oder Kaderlehrgängen des Deutschen Handball-Bundes (DHB) eingeladen wurden, im eigenen Team. Plus die besten Talente aus dem Jahrgang 1997, die eigentlich nicht mehr spielberechtigt wären (damit das Saarland eine Chance im internationalen Vergleich hat).

"Solch ein Turnier hier vor der Haustür zu haben, ist für die Nachwuchsarbeit im Verband ein Riesenvorteil. Dass sich unsere Spieler international präsentieren können, ist einmalig", sagt Landestrainer Mathis. Und es bietet den besten Saar-Talenten die Chance, sich vor den Augen der Bundestrainer zu präsentieren und vielleicht nochmal in einen Kader reinzurutschen.

Kandidaten hierfür gibt es laut Mathis zuhauf. Lars Weissgerber, Lars Walz, Nils Wöschler oder Robin Egelhof aus dem Jahrgang 1997, Niclas Baier, Tom Grieser oder Allesandro Lehr aus dem Jahrgang 1998 sowie Tim Schaller und Kian Schwarzer aus dem Jahrgang 1999. "Wir haben eine sehr, sehr schlagkräftige Truppe", sagt Mathis. Vielleicht auch eine, die überraschen, die durchstarten kann. Wie 2012, als die Saar-Auswahl sensationell das Endspiel erreichte und dort gegen Deutschland verlor (25:39).

So weit will Mathis nicht gehen, zumal Egelhof möglicherweise verletzt ausfällt und Weissgerber und Walz am ersten Turniertag fehlen. Sie spielen mit dem Zweitligisten HG Saarlouis zeitgleich in der 2. Bundesliga gegen die DJK Rimpar. "Der Ligaalltag geht da selbstverständlich vor. Die Zusammenarbeit mit der HG Saarlouis und Trainer Heine Jensen ist hervorragend. Ich bin froh, dass die Jungs für das Turnier überhaupt zur Verfügung stehen", sagt Mathis.

Zwei seiner Spieler werden in Merzig von den Zuschauer besonders beobachtet - weil sie im Saar-Handball bekannte Namen tragen. Max Hartz, Sohn des Ex-Nationalspielers Jürgen Hartz, früherer Kapitän des TV Niederwürzbach und heute Trainer des Oberligisten TuS Dansenberg, wo Max auch spielt. Und Kian Schwarzer, Sohn von Weltmeister Christian Schwarzer , der sich als Jugendkoordinator ja um den saarländischen Nachwuchs kümmert. "Die Jungs gehen damit relativ relaxt um", sagt Mathis: "Ich glaube, dass die Zusammenarbeit Vater/Sohn bis zu einem gewissen Grad förderlich sein kann." Wobei Mathis klarstellt, dass gerade Kian Schwarzer keine Sonderbehandlung erfahre. Vielmehr sei die Distanz zwischen Vater und Sohn in den Trainingseinheiten eher größer als zu anderen Spielern. "Die Jungs haben beide was. Wenn sie sich durchsetzen, dann haben sie eventuell mehr geleistet als andere, eben weil sie wegen ihrer Namen unter besonderer Beobachtung stehen", findet Mathis. Zumindest in Merzig ist ihnen diese besondere Beobachtung sicher.

sparkassencup-merzig.de

Zum Thema:

Auf einen BlickInternationales Handball-Topturnier für A-Jugend-Nationalmannschaften in der Merziger Thielsparkhalle:27. Dezember: Vorrunde: 16 Uhr: HV Saar - Island; 17.10 Uhr: Russland - Schweiz; 18.20 Uhr: Niederlande - Polen; 19.30 Uhr: Deutschland - Rumänien.28. Dezember: Vorrunde: 10.30 Uhr: HV Saar - Polen; 11.40 Uhr: Niederlande - Island; 12.50 Uhr: Schweiz - Rumänien; 14 Uhr: Deutschland - Russland; 15.10 Uhr: Island - Polen; 16.20 Uhr: HV Saar - Niederlande; 17.30 Uhr: Deutschland - Schweiz; 18.40 Uhr: Rumänien - Russland.29. Dezember: Finalrunde: ab 10.30 Uhr kleine Halbfinals; ab 12.30 Uhr große Halbfinals; 15.30 Uhr: Spiel um den 7. Platz; 17 Uhr: Spiel um den 5. Platz; 18.30 Uhr: Spiel um den 3. Platz; 20 Uhr: Endspiel um den Turniersieg. red