Heinz König führt neuen Aufsichtsrat an, aber neuer Ärger bereits da

Kostenpflichtiger Inhalt: LSVS-Mitgliederversammlung : Heinz König ist neuer LSVS-Präsident

Die Mitgliederversammlung des LSVS hat am Sonntag den Saarbrücker IT-Unternehmer Heinz König zum neuen Präsidenten gewählt. König setzte sich gegen Bodo Wilhelmi und Frank Liedke. Doch neuer Ärger steht dem krisengebeutelten Verband schon im Haus: Nächster Streitpunkt ist die künftige Besetzung der Mitgliederversammlung.

Ein König wird künftig Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), und erstmals steht ein Bergsteiger an der Spitze des Sport-Dachverbands. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des LSVS wurde am Sonntag der Saarbrücker IT-Unternehmer Heinz König mit 127 Stimmen zum Vorsitzenden des neuen Aufsichtsrates gewählt. Seine Aufgabe wird es sein, zwei hauptamtlich tätige Vorstände für den LSVS zu finden. An dem Tag, an dem die beiden neuen Vorstände ins Amt kommen, endet die Amtszeit von LSVS-Präsident Adrian Zöhler, und König ist dann neuer Präsident.

König trat für den Bergsteiger- und Skiläufer-Verband an, ist aber auch Vizepräsident Wirtschaft im Deutschen Leichtathletik-Verband sowie Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Saarbrücken-Stadt.

„Ich wurde kurzfristig von verschiedenen Verbänden angesprochen und habe mich entschieden, das durchzuziehen“, sagte König, der sich gegen Bodo Wilhelmi (Ringen, 70 Stimmen) und Frank Liedke (Badminton, 47) durchsetzte: „Ich will mich als erstes mit den Mitarbeitern und dem Personalrat zusammensetzen. Denn dort sitzt die Kompetenz. Wir müssen für den LSVS einen Vorstand finden, den wir brauchen, um den Saarsport wieder nach vorne zu bringen. Dazu gilt es, eine ordnungsgemäße Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Und drittens müssen wir die Autonomie des Sports sichern, das ist nicht nur eine Frage der Formalität, sondern auch der Inhalte.“

Königs Stellvertretung übernimmt Leichtathletin Margit Jungmann. Als Dezernentin des Landkreises Saarlouis könne sie Haushalte lesen, hatte sie in ihrer Vorstellungsrede gesagt und damit 158 Delegierte überzeugt, Gegenkandidat Liedke brachte es hier auf 80 Stimmen. 13 Männer und Frauen waren zur Wahl des Aufsichtsrates insgesamt angetreten. Neben König (174 Stimmen), Wilhelmi (126), Liedke (133) und Jungmann (181) schafften es der bisherige LSVS-Präsident Adrian Zöhler (156) und Andreas Julien (Saarländischer Turnerbund, 165) im ersten Wahlgang, die erforderliche Mehrheit zu bekommen.

Im zweiten Durchgang rückten die bisherigen Präsidiumsmitglieder Sabine Glück (103) und Margret Klein-Raber (Leichtathletik, 104) sowie Christian Maas (Turnen, 94) ins Gremium. Maas hatte wohl mit dem Satz „Das enge Korsett des LSVS-Gesetzes muss ansehnlich und sexy werden“ gepunktet.

Etliche Punkte seiner nunmehr 16 Monate andauernden und mit der Berufung der hauptamtlichen Vorstände endenden Amtszeit führte Zöhler in seinem Rechenschaftsbericht an. „Es ist eine sensationelle Leistung harter haupt- und ehrenamtlicher Arbeit, dass wir dem LSVS heute ein neues Gesicht geben können“, ordnete Zöhler ein und erhielt dafür bestenfalls mäßigen Applaus. Auch die Stimmenzahl fiel vergleichsweise gering aus. Zu tief sitzen offensichtlich auch die Wunden eines „Sanierungskonzepts, das wehtut“, räumte der Präsident auch angesichts von damit verbundenen 40 Kündigungen beim LSVS ein. „Der Kredit war kein Selbstläufer, aber er war überlebenswichtig“, sagte Zöhler. Im Jahr 2019 habe der LSVS sogar wieder einen kleinen Überschuss erwirtschaftet.

Staatssekretär Christian Seel dankte dem bisherigen Präsidium, das bis zur Übergabe an die Hauptamtlichen weiter die Geschäfte führt. „Sie waren in schwierigen Zeiten bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Seel in Vertretung des nicht anwesenden Sportministers Klaus Bouillon.

Die Delegierten stritten dann über den zukünftigen Zuschnitt der Mitgliederversammlung, die von derzeit 271 auf 101 Delegierte schrumpfen soll. Zwei Vorschläge zur Umsetzung, die einmal zu Lasten der größeren, einmal zum Nachteil der kleineren Verbände gegangen wären, fanden nicht die notwendige Zustimmung von zwei Dritteln der Anwesenden. Ein Vorschlag des Versammlungsleiters Gerhard Metzler (Ju-Jutsu-Verband), für diese Abstimmung die Zwei-Drittel-Regelung außer Kraft zu setzen, sorgte für mehr Ärger als Kompromissbereitschaft.

Der neue Aufsichtsrat des LSVS (v. links): Vizepräsidentin Margit Jungmann, Christian Maas, Sabine Glück, der neue Aufsichtsrats-Chef Heinz König, Adrian Zöhler, Bodo Wilhelmi, Andreas Julien, Frank Liedke und Margret Klein-Raber. Foto: Thomas Wieck

„Da hat sich der böse Anschein der Mauschelei aufgedrängt“, sagte Hans-Peter Breit, Vizepräsident Recht im Saarländischen Leichtathletik-Bund: „Ich finde, man sollte den kleinen Verbänden helfen.“ Zöhler wies den Mauschelei-Vorwurf zurück, betonte aber, dass es nun eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung geben muss, die dann über die Zusammensetzung der künftigen Mitgliederversammlungen entscheiden wird. Diese hat dann über die künftige Satzung zu befinden. Diese Mitgliederversammlungen können aber nicht wie am Sonntag in der Multifunktionshalle der Hermann-Neuberger-Sportschule stattfinden, wodurch dem LSVS Kosten von etwa 6000 Euro entstehen würden. „Die Sondergenehmigung der Multifunktionshalle als Versammlungsstätte ist ausgelaufen“, sagte Zöhler: „Auch das ist ein Versäumnis meiner Vorgänger.“