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Sterne des Sports
Heimat der Wurzelzwerge und Wurzelflitzer

Über Stock und Stein: Das Waldgelände der ehemaligen Grube Lampennest in Riegelsberg bietet dem Vereine ideale Trainingsbedingungen. Hier ist Fabian Becker auf dem Sprung zu einer neuen schnellen Runde.
Über Stock und Stein: Das Waldgelände der ehemaligen Grube Lampennest in Riegelsberg bietet dem Vereine ideale Trainingsbedingungen. Hier ist Fabian Becker auf dem Sprung zu einer neuen schnellen Runde. FOTO: HONKPHOTO HOLGER KIEFER / Energis
Riegelsberg. „Oscars des Breitensports“ – so werden die „Sterne des Sports“ gerne genannt. Auf Landesebene wurden sechs Vereine ausgezeichnet, die wir hier vorstellen. Landessieger RSF Riegelsberg vertritt das Saarland am Mittwoch beim Bundesfinale. Von David Benedyczuk

Wurzelzwerge, Wurzelflitzer, Wurzelhelden, Wurzelkönige – die Trainingsgruppen im Nachwuchsbereich der Radsportfreunde (RSF) Phönix Riegelsberg tragen viele Namen. Die Vorlieben sind dagegen bei allen gleich: Mountainbike-Fahren. Uber unebenes Terrain, über Stock und Stein und die Wurzelwerke im Waldgelände der ehemaligen Grube Lampennest in Riegelsberg. Dort legen die RSF seit zwei Jahren Hand an, um ihren „Bike-Park“ nach den Wünschen des eigenen Nachwuchses zu gestalten und auszubauen. „Wir sagten uns damals, dass speziell unsere jüngeren Mountainbiker eine Trainings-Heimat und der gesamte Verein einen Mittelpunkt brauchen. Damit war der Traum vom eigenen Trainingsgelände geboren“, erläutert Pressewartin Jutta Meyer.


Von Forst und Gemeinde erhielten die RSF ein 12 000 Quadratmeter großes Waldgelände zur Pacht. Meyer erklärt: „Es ist gut erreichbar, liegt zwischen Tennisplätzen und Schießstand und bietet durch die ehemalige Grube Lampennest eine optimale Geländeform.“ Und damit optimale Trainingsvoraussetzungen: „Vom Erlernen der Grundtechniken bis hin zu herausfordernden Aufgaben im Gelände soll hier alles geboten werden“, sagt Meyer. Da dürfen Pisten mit Stein-Untergrund, spezielle Geländestufen und anspruchsvolle Technikpassagen ebenso wenig fehlen, wie eine Trainingsstrecke für die Jüngsten mit verschiedenen Belägen wie Schotter, Rindenmulch, Sand oder Stein. Dabei gilt: „Alles soll natürlich bleiben, auch die verarbeiteten Materialien“, betont Meyer und ergänzt: „Jeder einzelne Wunsch bedeutet echte Arbeit. Vor zwei Jahren begannen wir, die Wunschliste unserer Kinder abzuarbeiten. Vieles ist vollbracht, anderes in der Mache oder in Planung. Unsere Mitglieder machen alles in Eigenleistung. Sie schuften wie die Ameisen.“

Doch die Mühe lohnt. „Wir haben einen immensen Zulauf im Jugendbereich. Mittlerweile kümmern sich zehn Trainer um bis zu 60 Kinder“, verdeutlicht Meyer. Die Jüngsten sind die Wurzelzwerge. Die Gruppe für Kinder ab drei Jahren gibt es seit April 2017.

Mit dem Projekt „Wurzelzwerge und Zweiradstrampler – reintreten ausdrücklich erlaubt!“ wurden die Riegelsberger Ende 2017 Landessieger der „Sterne des Sports“. Am Mittwoch weilt nun ein Tross um den Vorsitzenden Stephan Scherer in Berlin, wo im Bundesfinale des DOSB-Wettbewerbs der „Große Stern des Sports in Gold“ vergeben wird. „Die Freude war überschwänglich, als wir die Nachricht vom Landessieg erhielten. Wir hatten das überhaupt nicht erwartet, weil so viele großartige Projekte dabei waren“, sagt Scherer. Das Preisgeld von 2500 Euro kann der Verein angesichts des eigenen Großprojekts im Wald gut gebrauchen. „Es gibt noch genug Baumaßnahmen, die warten. Etwa die Erweiterung des Rockgarden mit einer Steinstrecke“, sagt Scherer. Steinig, weil aufwendig bleibt auch der weitere Weg zur Fertigstellung des Bike-Parks – doch wie Jutta Meyer sagt: „Wir machen weiter – und wir machen es gerne!“