Hector ist aus dem Häuschen - Bundestrainer beruft Auersmacher in die Nationalmannschaft

Hector ist aus dem Häuschen - Bundestrainer beruft Auersmacher in die Nationalmannschaft

Mit Neuling Jonas Hector von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln und 15 Weltmeistern will Bundestrainer Joachim Löw einen erfolgreichen Jahresabschluss mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft feiern.

Vor der Schlussetappe von Weltmeister Deutschland in diesem historischen Fußball-Jahr hat Joachim Löw für eine Überraschung gesorgt. Mit dem Saarländer Jonas Hector von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln nominierte der Bundestrainer einen Abwehrspieler, den kaum einer auf der Rechnung hatte, für das EM-Qualifikationsspiel am 14. November in Nürnberg gegen Gibraltar (20.45 Uhr/RTL) und das Testspiel vier Tage später in Vigo gegen Europameister Spanien (20.45 Uhr/ARD ).

"Jonas Hector wollen wir näher kennen lernen, er präsentiert sich in Köln in guter Form", begründete Löw seine Entscheidung, den 24-Jährigen aus Auersmacher, der in allen zehn Saisonpartien für die Geißböcke über die volle Distanz spielte, als Linksverteidiger auszuprobieren. Der vermutlich 43. Nationalspieler des 1. FC Köln war völlig aus dem Häuschen: "Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, dass ich jetzt zum ersten Mal für die Nationalmannschaft nominiert bin. Es wurde zwar schon länger darüber spekuliert, aber für mich war das nie ein Thema, da ich mich auf die Aufgabe beim FC konzentriert habe."

Einer, der schon eher mit einer Nominierung gerechnet hat, ist Jörn Birster, Hectors ehemaliger Trainer beim SV Auersmacher: "Ich hatte mich schon frühzeitig positioniert, dass er im Kader für die EM 2016 sein wird. Aber dass es so schnell geht, hatte ich nicht gedacht. Aber Jonas wird es schaffen, den Trainer-Stab von sich zu begeistern."

Birster hatte ihn in der Oberliga, bevor Hector zum 1. FC Köln gewechselt ist, vornehmlich auf der "Zehner"-Position eingesetzt. "Jonas ist ein Musterbeispiel für alle Jugendspieler, sich nicht auf eine Position festzulegen, sondern geduldig zu sein, Chancen zu erkennen und zu nutzen." In Köln wurde Hector zum Linksverteidiger umfunktioniert. Er profitiert er von den Lücken auf dieser Position in der Nationalmannschaft. Birster ist überzeugt, dass sich Hector in der Nationalelf festspielen wird, "weil er auf dem Boden geblieben ist, charakterlich ein toller Junge ist und immer 120 Prozent gibt - egal ob Pflichtspiel, Testspiel oder irgendeine Trainingseinheit".

Diesen Schwung kann Löws Mannschaft gebrauchen. Nach dem tristen Oktober mit nur einem Punkt aus den EM-Qualifikationsspielen in Polen (0:2) und gegen Irland (1:1) greift Löw in seinem 23 Spieler umfassenden Aufgebot auf 15 Weltmeister zurück. Nach jeweils auskurierten Verletzungen stehen die beiden Weltmeister Benedikt Höwedes und Sami Khedira wieder zur Verfügung. Auch Marco Reus und Lars Bender sind wieder dabei. "Sie werden uns gut tun, sie gehören trotz ihres jungen Alters zu den erfahreneren Kräften", sagte der Bundestrainer . Auch André Schürrle und Christoph Kramer, die im Spiel gegen Irland wegen einer Grippe fehlten, sind wieder an Bord.

Löw verzichtete auf Mario Gomez, der nach überstandener Oberschenkelverletzung seit diesem Monat wieder für den AC Florenz im Einsatz ist. In Max Kruse und Kevin Volland nominierte er aber zwei Angreifer. Ebenso wie Gomez fehlen nach wie vor Spielführer Bastian Schweinsteiger , Mats Hummels , Mesut Özil und Julian Draxler, die alle verletzt sind. Hector wird das alles egal sein. Für ihn stehen nächste Woche die - zumindest vorerst - aufregendsten Tage in seinem Fußballer-Leben bevor.

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Auf einen BlickDas deutsche Aufgebot für die letzten Länderspiele 2014:Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund ), Ron-Robert Zieler (Hannover 96 ). Abwehr: Jerome Boateng (München), Erik Durm, Matthias Ginter (beide Dortmund), Jonas Hector (1. FC Köln ), Benedikt Höwedes (Schalke 04 ), Shkodran Mustafi (FC Valencia ), Antonio Rüdiger (VfB Stuttgart ), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim). Mittelfeld: Karim Bellarabi, Lars Bender (beide Bayer Leverkusen ), Sami Khedira , Toni Kroos (beide Real Madrid ), Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach ), Thomas Müller , Mario Götze (beide München), Marco Reus (Dortmund), Lukas Podolski (FC Arsenal ), André Schürrle (FC Chelsea). Angriff: Max Kruse (Mönchengladbach), Kevin Volland (Hoffenheim). sid