| 20:25 Uhr

Fußball-Bundesliga
Hannovers Blick geht nach unten

Trainer André Breitenreiter schaut nach unten und sieht das Tabellenende näher kommen.
Trainer André Breitenreiter schaut nach unten und sieht das Tabellenende näher kommen. FOTO: dpa / Bernd Thissen
Hannover. Der Bundesligist ist nach fünf Niederlagen in Serie in den Abstiegskampf gerutscht.

Prägnanter als Kapitän Pirmin Schwegler kann man es kaum formulieren. „Wir sind ein bisschen im freien Fall und suchen noch den Fallschirm“, sagt der Schweizer vor dem Bundesliga-Nordderby seines Vereins Hannover 96 gegen Werder Bremen heute (20.30 Uhr/Eurosport-Player). Den Schirm finden und sofort die Reißleine ziehen – das ist dringend geboten. Ansonsten ist der Abstiegskampf zurück in der niedersächsischen Landeshauptstadt.


Nach fünf Niederlagen in Serie und dem Sturz auf den 13. Tabellenplatz werden die Anhänger langsam nervös, auch Edelfan Nicolas Kiefer. „Es sind nur noch sechs Punkte zum Relegationsplatz. Es wird passieren, dass Hannover noch in den Abstiegskampf hineinrutscht. In der momentanen Verfassung wäre gegen Bremen ein Unentschieden für uns schon super“, sagte der 40-Jährige, einst Nummer vier der Tennis-Weltrangliste.

In Hannover wäre man mittlerweile wohl schon mit Rang 15 als Endplatzierung nicht unzufrieden, denn das Restprogramm des Aufsteigers hat es in sich: So kommt noch Rekordmeister Bayern München in die WM-Arena am Maschsee, auswärts muss die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter noch in Hoffenheim und Leverkusen ran. „Wir haben es zuletzt verpasst, den Abstand nach unten zu vergrößern. Nun gilt es, ruhig, konzentriert und positiv zu bleiben“, fordert Breitenreiter.



Eine leichte Entspannung zeichnet sich hingegen in der vereinspolitischen Auseinandersetzung zwischen Fanbeirat und Fanprojekt auf der einen sowie 96-Präsident Martin Kind auf der anderen Seite ab. Nach einer Podiumsdiskussion wurden versöhnliche Töne angeschlagen, Manager Horst Heldt spricht sogar von einem „Riesenschritt nach vorne“. Ausgangspunkt der Differenzen sind die Pläne von Kind, die Mehrheit der Anteile im Club zu übernehmen. Die Fanszene ist mit großer Mehrheit gegen diese Pläne.

Überlegungen dieser Art sind an der Weser kein Thema. Nach zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten wollen die Gäste den noch fehlenden Sieg zur endgültigen Rettung vor dem Abstieg einfahren. Als maßgeblicher Faktor für den Aufschwung gilt Florian Kohfeldt, am Mittwoch verlängerte der Verein den Vertrag mit dem Trainer bis 2021. Und der 35-Jährige hat mittelfristig hohe Ziele: „Diese Saison ordentlich zu Ende bringen. Dann nicht nur darüber nachdenken, die Klasse zu halten, sondern deutlich erfolgreicher sein.“