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Ausfall ist schwer zu kompensieren
Die Unbesiegbaren sind auch ohne Karabatic der große Favorit

 Frankreichs Superstar Nikola Karabatic kann bei dieser WM nicht auf dem Spielfeld jubeln: Er fehlt wegen einer Fußverletzung.
Frankreichs Superstar Nikola Karabatic kann bei dieser WM nicht auf dem Spielfeld jubeln: Er fehlt wegen einer Fußverletzung. FOTO: dpa / Marijan Murat
Köln. Der Ausfall des Superstars wiegt für Frankreich schwer. Dennoch zählt der Titelverteidiger erneut zum Kreis der Anwärter auf den Titel der Handball-WM. sid

Der überragende Anführer ist verletzt, die schier Unbesiegbaren scheinen verwundbar, und doch führt auf dem Weg zum Titel kein Weg an Frankreich vorbei. Der Respekt vor dem Titelverteidiger der Handball-WM ist auch ohne den am Fuß verletzten Superstar Nikola Karabatic enorm. „Frankreich sehe ich in der Favoritenrolle“, sagte Bundestrainer Christian Prokop, für Dänemarks Coach Nikolaj Jacobsen ist die Equipe Tricolore weiterhin „die beste Mannschaft der Welt“.


Doch ausgerechnet die Hochgelobten selbst plagen ohne Karabatic leise Zweifel. „Natürlich ist das ein Ausfall, der nicht zu ersetzen ist. Das wird eine Riesenaufgabe für uns, das irgendwie zu kompensieren“, sagte Trainer Guillaume Gille im Kicker-Interview.

Der ehemalige Bundesligaprofi sieht im Ausfall des Topstars aber auch eine Chance. „Jetzt sind halt die anderen Spieler in der Verantwortung, neue Dinge zu entwickeln. Wir gehen mit Ambitionen, aber auch mit Respekt an die Aufgabe heran“, sagte Gille.



Das französische Team verfügt auch ohne Karabatic immer noch über reichlich Erfahrung und individuelle Klasse. Zudem wollen sich Top-Talente wie Dika Mem (21), Ludovic Fabregas (22) und Melvyn Richardson (21) präsentieren. „Wir haben das Glück, dass unser Förderungssystem sehr gut funktioniert“, sagte Gille, der die „Experten“ gemeinsam mit Didier Dinart betreut.

Die Erfolge der Vergangenheit sprechen jedenfalls für sich. Vier der fünf letzten WM-Titel gingen an Frankreich. Bei den Olympischen Spielen gab es seit 2008 zweimal Gold und einmal Silber. „Sie kommen über eine ganz starke Torwart- und Abwehrleistung und haben etwas im Tempospiel zugelegt“, sagte Prokop. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes trifft in ihrem vierten Vorrundenspiel am kommenden Dienstag, 15. Januar (20.30 Uhr), in Berlin auf die Franzosen und wird danach wissen, wo die Reise hingehen kann. Erstmals greifen die Franzosen am heutigen Freitagabend gegen Brasilien (20.30 Uhr/Eurosport) ins Turnier ein.

Für Frankreich ist das Halbfinale am 25. Januar in Hamburg das Minimalziel. „Dass wir bei den letzten drei Turnieren eine Medaille geholt haben, spricht für sich. Wir sind mehr als jede andere Nation die Gejagten“, sagte der langjährige Bundesligaprofi Kentin Mahé im Interview mit dem Fachmagazin Handballwoche. Karabatics Ausfall sei zwar „eine große Schwächung“, das Selbstvertrauen ist aber immer noch riesig. „Jetzt sind andere gefragt, und ich glaube, wir haben die Qualität, um das zu kompensieren“, sagte Mahé.