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Handball-Star Henning Fritz zu Gast in der Grundschule Primstal

Handball : Auch der Weltmeister hat klein angefangen

Ein Star machte am Montag in Primstal Station. Prominenter Kurzzeit-Lehrer in der Grundschule war Handball-Weltmeister Henning Fritz. Die Schüler waren begeistert.

Locker prellen, den Ball in die Luft werfen, zwei Mal in die Hände klatschen und wieder fangen – geschafft. Die Schüler der Ringwallschule Primstal haben den Bogen raus. Animiert vom gut gelaunten Handball-Landestrainer Dirk Mathis meistern die Kids ihre Aufwärm-Übungen beim AOK-Star-Training mit Bravour. Unter den staunenden Blicken von Schulleiter Matthias Weber und Handball-Weltmeister Henning Fritz legen die Mädchen und Jungs in der Mehrzweckhalle Primstal dann einen Zahn zu.

Auf dem Bauch oder auf dem Rücken liegend wird die Pille auf den Boden getippt – immer sicherer, immer schneller. Die neuen Bewegungen scheinen bei den Neunjährigen in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Die Ballkontrolle ist toll, lobt auch Henning Fritz. „Ihr habt euch prima geschlagen. Jetzt gehen wir zum Tor-Wurf über. Das klappt genauso gut“, sagt der Welthandballer von 2004 und schaut in rote Gesichter. Ein Schluck Wasser in der Trinkpause – schon geht es weiter. Der Hauptteil des exklusiven Sondertrainings steht bevor. „Ich freue mich, wenn ich so viele Talente sehe und sie für meinen Sport begeistern kann. Da denke ich an meine Kindheit“, sagt der ehemalige Nationaltorhüter, der sein Handball-ABC in einer Schul-AG lernte.

Weil keiner wollte oder sich traute, ging Klein-Henning zwischen die Pfosten. Und er habe seinen Sportlehrer ja nicht enttäuscht, erzählt Fritz der jungen Trainingsgruppe. Die Kinder hängen an seinen Lippen und stellen überrascht fest: Auch ein Weltmeister hat einmal klein angefangen.

Als Fritz größer war, folgte eine beispiellose Karriere mit fünf deutschen Meistertiteln und internationalen Triumphen, Champions-League- und EHF-Pokalsiegen, Vize-Olympia-Sieg, Europameisterschaft 2004 und Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land. Beim Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen endete 2012 die aktive Zeit. Heute kommentiert Fritz Spiele im Fernsehen, ist als Motivationstrainer unterwegs und gibt Seminare zum Thema Regeneration in Sport und Management. Und er geht sogar wieder in die Schule. Heute gibt er seine Handball-Begeisterung in der Ringwallschule weiter: „Handball ist Athletik, Kampf, Dramatik, Intelligenz, Teamgeist. Diese Facetten sind auch in der persönlichen Entwicklung wichtig.“ Gaudi kommt auch nicht zu kurz. Mateo findet Handball dufte, obwohl er eigentlich Fußballer ist und Tennis spielt. „Es macht Spaß, aber es ist sehr anstrengend“, schnauft der Neunjährige durch. „Da waren echt schwierige Übungen dabei. Man muss sich konzentrieren“, sagt Lina (9) und strahlt.

Anja Wittig freut sich über die Begeisterung. Die Jugendleiterin des TuS Schwarzenbach half mit ihrem Trainerteam beim Aufbau und wirbt in eigener Sache: „Wir brauchen für unsere D-Jugend Nachwuchs – und diese Kinder wären im richtigen Alter. Vielleicht haben einige ja Lust, bei uns mitzuspielen“, hofft sie.

 Gut gemacht: Henning Fritz gratuliert den Teilnehmern.
Gut gemacht: Henning Fritz gratuliert den Teilnehmern. Foto: Voss
  Die Autogramme von Henning Fritz waren heiß begehrt.
Die Autogramme von Henning Fritz waren heiß begehrt. Foto: Voss

Schulleiter Weber ist stolz, dass seine Schule zu den 23 Gewinnern der AOK-Aktion gehört. 2000 Schulen hatten sich bundesweit beworben. „Die Zusammenarbeit mit dem TuS Schwarzenbach wollen wir weiter vernetzen. Das Sondertraining mit dem Weltmeister ist ein Ankerpunkt“, sagt Weber. Landestrainer Dirk Mathis nickt zustimmend: „Schule und Verein profitieren. Früh Begeisterung wecken, Kinder nachhaltig für Sport inspirieren – das ist der Gedanke hinter der Aktion von AOK und Deutschem Handball-Bund.“