Handball-Oberligist Handballfreunde Illtal verliert gegen die Budenheim

Handball-Oberliga : „Es waren Nuancen“

Sport kann schon ungerecht sein. Wie nah Freud und Leid auseinander liegen können, erfuhr am Sonntag Handball-Oberligist Illtal im Spitzenspiel gegen die Sportfreunde Budenheim.

Zwischen unbändigem Jubel auf der einen Seite und bitterer Enttäuschung auf der anderen liegen manchmal nur winzige Kleinigkeiten. „Es waren Nuancen“, schnaufte Christoph Holz und wiederholte etwas ratlos wirkend: „Es waren einfach Nuancen“. Der schmale Grat, der am Sonntag im RPS-Oberliga-Spiel zwischen den Handballfreunden Illtal und den Sportfreunden Budenheim über Sieg oder Niederlage entschied, war ein letzter Angriff der Budenheimer Gäste. Die kamen beim Stand von 21:22 aus Illtaler Sicht etwa eine Minute vor Spielende in Ballbesitz. Irgendwie gelang es ihnen, rund 40 Sekunden von der Uhr zu nehmen. Im vierten(!) Freiwurf unter angezeigtem Zeitspiel steigt dann ihr Kapitän Manuel Kühn, der vergangenes Jahr noch Blezinger mit Nachnamen hieß, mit einem kraftvollen Absprung nach oben. Er steht über dem Drei-Mann-Block der Illtaler in der Luft und feuert ab. Die zugeklebte Kugel kommt recht zentral auf das Tor, kein besonders platzierter Wurf. Robin Näckel hat den Ball – doch nicht! Irgendwie rutscht das Spielgerät dem Illtaler Schlussmann durch – das Gegentor zum 21:23. 20 Sekunden vor Schluss. Schluss, Ende, aus und vorbei.

„Daran hat es nicht gelegen. Das war einfach unglücklich“, stellte Christoph Holz sofort klar. Seinen Torhüter treffe keinerlei Schuld an der unglücklichen Niederlage. „Robin hat richtig stark gehalten. Beide Torhüterleistungen waren richtig gut.“

Der Hexenkessel Hellberghalle machte seinem Namen alle Ehre. Über 400 Zuschauer sorgten im Spitzenspiel der RPS-Oberliga für eine phänomenale Stimmung: unangenehm für Gegner und Schiedsrichter, motivierend für die Heimmannschaft und mehr als angemessen für die Qualität der Begegnung. Dem Prädikat „Spitzenspiel“ wurde das Duell absolut gerecht. Die Abwehrreihen agierten auf einem sehr hohen Niveau. Budenheim engte mit einer 5:1-Abwehr und Lukas Nagel oder Finnian Lutze auf der Spitze die Wege des Illtaler Rückraums ein. Bei Illtal koordinierte Pascal Meisberger eine bewegliche 6:0-Abwehr, die im Eins-gegen-Eins sehr konsequent agierte. Dahinter sorgten die Torhüter Christian Kosel (SF Budenheim) und Robin Näckel für die angemessene Torhüter-Leistung. Entsprechend mussten die Angriffsreihen viel für ihre Tore ackern. Illtal hatte hier leichte Nachteile, lief mehrfach einem kleinen Rückstand (5:8, 10:12, 15:17) hinterher, schaffte aber in der 52. Minute durch Christoph Holz den Ausgleich. Der 27-Jährige war der „Go-to guy“ der Gastgeber, wenn vorne nichts mehr zusammenlief.

Die Sportfreunde Budenheim hatten auf der anderen Seite in Kreisläufer Kevin Knieps eine Waffe, die Illtal zum Spielende hin einfach nicht in den Griff bekam. Über ihn kamen die Gäste zu einfachen Toren oder Strafwürfen. Vielleicht machte er am Ende den Unterschied, vielleicht waren es aber auch der eine Freiwurf, den die Handballfreunde nicht zugesprochen bekamen, vielleicht der eine, blöd verworfene Wurf im Angriff. Letztlich – da hat der sechsfache Torschütze Holz absolut Recht – waren es einfach nur Nuancen.