Handball-Oberliga: Schlink tritt beii Dillingen/Dieffen als Trainer zurück

Handball-Oberliga : Trainer-Rücktritt beim HC Dillingen-Diefflen

Thomas Schlink räumt beim Handball-Oberligisten vorzeitig den Trainerstuhl. Hoffmann schlüpft vorübergehend in die Chefrolle.

Paukenschlag bei Ligaschlusslicht HC Dillingen-Diefflen: Thomas Schlink und die erste Männermannschaft gehen ab sofort getrennte Wege. Wenn das Schlusslicht der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar am kommenden Sonntag beim TV Mülheim um 17 Uhr in die Rückrunde startet, dann ohne den alten Trainer. Nach der 21:24-Heimniederlage gegen Völklingen vor rund 200 Zuschauern fasste der 38 Jahre alte Schlosser den Entschluss – und legte sein Amt vorzeitig nieder.

„Aus privaten Gründen. Die sportliche Misere ist bitter, aber nicht ausschlaggebend“, stellt Schlink klar. Die Arbeit habe ihm immer noch Spaß gemacht, trotz des letzten Platzes. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, doch sie sei richtig gewesen. „Die Zeit, die nötig wäre, um die Mannschaft in dieser schweren Lage aus dem Tabellenkeller zu führen, habe ich nicht mehr“, sagt der scheidende Teamchef. Und weiter: „Ich hatte zuletzt nur noch wenig Zeit für meine Kinder. Bei vollem Einsatz würde etwas auf der Strecke bleiben – und ich meine, es dürfen nicht die Kinder sein“, sagt der Vater einer vierjährigen und einer sechs Monaten alten Tochter.

Die Reaktion von Spielern und Vorstand beschreibt Jürgen Diné so: „Sportlich haben wir als Neuling ja nichts zu verlieren. Wir bedauern und respektieren den für Thomas sichtlich harten Schritt. Es hat uns alle sehr getroffen“, sagt der HC-Vorsitzende und dankt Schlink für die erfolgreiche Zeit. Interimsweise werde Co-Spielertrainer Sven-Malte Hoffmann das Training leiten und am Samstag in Mülheim Regie führen, verrät Diné und bedauert die missliche Lage.

Nach der Meisterschaft in der Saarlandliga und erfolgreichen Aufstiegsspielen kassierte Diefflen in der überregionalen Spielklasse (bis auf den 34:31-Sieg beim Tabellen-Vorletzten Eckbachtal) nur Niederlagen. Mit 2:28 Punkten und acht Zählern Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz scheint die Lage zur Liga-Halbzeit aussichtslos. „Wir haben oft gut mitgespielt. Streckenweise waren wir stärker als unsere Gegner, die aber abgeklärter agierten. Bei knappen Spielständen haben wir die Nerven verloren. Wenn du hinten stehst, ist das oft so“, seufzt Schlink.

Die Jungs bräuchten jetzt schnell einen Sieg. In Mülheim könne was gehen, glaubt Schlink und hofft, dass die Hüttenstädter den Abstieg doch noch verhindern. „Sie haben es verdient, und es wäre wichtig für den Handball in der Region“, sagt Schlink. Der scheidende Trainer wird sich erstmal eine Auszeit vom Handball gönnen. Im neuen Jahr will er dann die Oberliga-Truppe wieder unterstützen – von der Tribüne aus. „Dieser Verein liegt mir am Herzen. Ich bin nach wie vor ein großer Fan der Mannschaft und werde sie bei Heimspielen als Zuschauer anfeuern. Als Trainer kann ich nichts mehr tun.“