Handball-Oberliga RPS: HC Dilingen-Diefflen verliert erneut

Handball-Oberliga : „Wir stehen uns selbst auf den Füßen“

Die Oberliga-Handballer des HC Dillingen-Diefflen haben das Heimspiel gegen Budenheim 27:33 verloren und sind weiter punktlos.

Tobias Kropf sieht fertig aus. Die Wagen sind rot. Schweiß rinnt von der Stirn. Abgeschlagen und frustriert hockt der Torjäger des HC Dillingen-Diefflen nach dem zweiten Heimspiel in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf der Auswechselbank und sinniert über die abgelaufenen 60 Minuten.

Die langen Beine hat der Zwei-Meter-Hüne weit von sich gestreckt, den Kopf in den Nacken gelegt. Die 27:33 (10:13)-Schlappe gegen die SF Budenheim hat Spuren hinterlassen. Die leeren Augen sprechen Bände. Sie verraten, was der Rückraumspieler gerade denkt, noch bevor er den Mund geöffnet hat. „Wir haben mitgehalten, in entscheidenden Phasen aber zu viele Chancen vergeigt. Am Ende haben wir uns selbst in den Füßen gestanden -– schon wieder“, seufzt Kropf und starrt er ins Leere.

Im Geiste steht er jetzt wieder am Anwurf-Punkt und erlebt die ersten Minuten des dritten Saisonspiels, die der Handball-Club in der mit 200 Zuschauern gut besuchten Sporthalle Diefflen verpennte. 0:3, 1:5, 2:6(8.) – der Aufsteiger startete nervös. Im Positionsspiel fehlten zündende Ideen. Kamen die Gastgeber trotzdem vors Tor, schlossen sie überhastet ab. Angriffe von den Außenpositionen oder vom Kreis fanden zunächst überhaupt nicht statt. „Vom Rückraum kommt zu wenig Druck. Die Gäste-Abwehr wird kaum beschäftigt. So entstehen keine Freiräume“, erkannte Zuschauer Udo Simon früh das größte Problem.

Allein Kropf strahlte die in der Oberliga im Rückraum nötige Torgefahr aus. Der Anschlusstreffer zum 6:7 (13.) war sein drittes Tor. Mit einem Wurf übers ganze Feld ins leere Tor – Budenheim hatte nach einer Zeitstrafe den Schlussmann durch einen Feldspieler ersetzt – markierte Kropf den 7:7-Ausgleich. Doch Diefflen setzte nicht nach. „Schade, dass sie nicht mehr aus ihren Chancen machen“, stellte HC-Fan Simon zur Pause (10:13) enttäuscht fest.

Nach dem Seitenwechsel lief es besser. Diefflens Abwehr packte härter zu, verhinderte Durchbrüche früh und störte Budenheims Spielaufbau. Vorne brachen die Rückraumspieler häufiger in die Abwehr ein und schafften endlich Lücken für Pascal Simon. In der 36. Minute gelang dem HC-Kreisläufer der Treffer zum 15:15-Ausgleich. Fans und Trommler hofften wieder. Zehn Minuten, mehrere Anspielfehler und Fehlwürfe später (Felix Faller verwarf drei Siebenmeter) stand es 18:22 – und für die Zuschauer stand fest: „Das wird nichts mehr.“ Budenheim zog davon (24:31, 57.) und Diefflen gelang nur noch eine Ergebniskosmetik.

Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel ist der Aufsteiger Tabellenletzter – und Tobias Kropf ernüchtert: „Wir können mithalten, aber für ein ganzes Spiel reicht es noch nicht“, analysiert er den verpatzten Start. Sein Fazit: „Wir müssen im Angriff durchschlagskräftiger werden, die Chancen nutzen und den Respekt ablegen. Wir sind noch nicht in der Oberliga angekommen.“

Die Tore für den HC Dillingen-Diefflen: Felix Faller 7, Pascal Simon 6, Tobias Kropf 6, Andreas Altmeyer 4, Dominik Robert 1, Marko Mrsic 1, Rouven Louis 1, Marvin Klein 1.

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