1. Sport
  2. Saar-Sport

Handball-Oberliga: HC Dillingen-Diefflen lehnt Klassenverbleib ab

Handball : Der Neuaufbau ist in vollem Gange

Corona beendet die Saison in der Handball-Oberliga vorzeitig. Den angebotenen Liga-Verbleib lehnt der HC Dillingen-Diefflen ab und plant schon für die Saarlandliga.

Das Spiel ist aus, die Handbälle bleiben in der Kiste. Das Präsidium der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar folgt einer Empfehlung des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und wird den Spielbetrieb in der Saison 2019/2020 vorzeitig einstellen. Betroffen davon ist auch der HC Dillingen-Diefflen, für den das „Abenteuer Liga vier“ endet.

Sven-Malte Hoffmann stellt klar, dass die Auswirkungen der COVID-19- Pandemie auf die Auf- und Abstiegssituation für seine Mannschaft unerheblich sind. „Da es offiziell wohl keine Absteiger gibt, wurden wir gefragt, ob wir in der Klasse bleiben wollen. Das haben wir abgelehnt. Wir werden uns in der Saarlandliga neu aufstellen“, verrät der Interimstrainer des Liga-Schlusslichts.

Vor der Aussetzung des Spielbetriebs hatte seine Mannschaft nur zwei Punkte auf dem Konto und gegen starke Konkurrenz kaum Chancen gehabt. Der Unterbau des HC sei für diese Liga zu dünn, die Ausfälle von Leistungsträgern nicht zu kompensieren gewesen, gibt der designierte Nachfolger von Jürgen Diné im Amt des HC-Vorsitzenden zu.

Das Trainer-Zepter gibt Hoffmann an Daniel Altmeyer weiter. Bis zum Saison-Abbruch trainierte Altmeyer das Saarlandliga-Männerteam der HG Saarlouis und die A-Jugend-Bundesliga-Truppe des Vereins. Zum HCDD folgen Altmeyer die HG-Talente Marco Tosetto (18, rechter Rückraum/Rechtsaußen), Marvin Schug (18, rechter Rückraum) und Jonas Peifer (18, Kreis). Vom SV Zweibrücken wechselt Valentin Poro (18, Linksaußen/Mitte/Kreis) in die Hüttenstadt, doch der stärkste „Neuzugang“ ist Felix Faller.

Mit Linkshänder Marko Mrsic und Mitte-Mann Malte Fidelak (einzige Abgänge) wollte sich der HC-Rechtsaußen eigentlich dem Oberliga-Rivalen HSG Völklingen anschließen. Doch dann überlegte er es sich anders. „Mich hat das neue Trainingskonzept überzeugt. Die Neuzugänge bringen viel Qualität mit und ich bin der Meinung, dass wir als Einheit viel erreichen können. Außerdem möchte ich mit Daniel Altmeyer arbeiten“, nennt Faller Gründe.

In aktuell schwierigen Zeiten scheint sich der Top-Torjäger auch andere Gedanken gemacht zu haben. Das familiäre Umfeld im Verein schätze er sehr. „Ich habe mich in Diefflen immer sehr wohlgefühlt. Mit Sven-Malte in einer Führungsposition kommt frischer Wind in die Segel“, glaubt Faller.

In der Trainings-Zwangspause hält er sich mit Läufen fit. Hund Jasper ist sein Tempomacher. „Ich baue im Wald kleine Krafteinheiten ein. Das klappt recht gut“, erzählt er.

Wann die Sporthalle Diefflen wieder öffnet und die Rückkehr zum Mannschaftstraining möglich ist, steht noch in den Sternen. Was feststeht, ist der Plan des künftigen Vorsitzenden, denn die neuen Ziele sind durch das Virus nicht gefährdet. „Die Corona-Krise trifft uns nicht ganz so hart. Zwar fehlen Zuschauer-Einnahmen, aber wir zahlen ja keine Spielergehälter. Andere Vereine dürften größere finanzielle Probleme haben“, sagt Hoffmann. Und weiter: „Unser neuer 17-Mann-Kader wird im oberen Saarlandliga-Drittel mitmischen, personell und perspektivisch verbessert. Vielleicht ist die Oberliga in zwei, drei Jahren wieder ein Thema.“