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Handball: HSV erhält doch noch die Lizenz, Saarlouis steigt wohl ab

Saarlouis. Entsetzen bei den Verantwortlichen des bisherigen Handball-Zweitligisten HG Saarlouis: Der HSV Hamburg hat gestern Abend in letzter Instanz doch noch die Lizenz für die Handball-Bundesliga erhalten. Das Schiedsgericht der Handball-Bundesliga (HBL) kippte in einem Hotel in Minden nach fast achtstündiger Sitzung überraschend den zuvor in zwei Instanzen getroffenen Lizenz-Entzug für die Hanseaten. dpa/zen

Die Entscheidung hat erhebliche Folgen: Der Tabellen-16. der abgelaufenen Saison, die HBW Balingen-Weilstetten, wird die Eliteklasse nun wohl doch verlassen müssen - und die HG Saarlouis müsste dafür aus der 2. Liga absteigen.

Richard Jungmann klang gestern Abend am Telefon geschockt. "Wir haben seit der Entscheidung der zweiten Instanz vor fünf Wochen intensiv auf die zweite Liga hingearbeitet. Mit so einem Urteil hat absolut niemand gerechnet", sagte der Vorsitzende der HG Saarlouis.

HBL-Geschäftsführer Holger Kaiser stellte zudem klar: "Die Bundesliga wird auf jeden Fall nur mit 18 Vereinen spielen." Der letzte Hoffnungsfunke für Saarlouis: Hamburg erhielt die Lizenz nur unter Bedingungen. "Der HSV muss bis zum 1. Juli, 17 Uhr, liquide Mittel in Millionenhöhe nachweisen", sagte Kaiser.

Jungmann versteht die Welt dennoch nicht mehr: "Angeblich sollte in diesem Verfahren nur noch über Formfehler entschieden werden. Dass der HSV jetzt noch bis zum 1. Juli nachlegen darf, geht gegen alle Finanzierungs-Richtlinien. Wir müssen jetzt die Begründung des Urteils abwarten und uns dann intern beraten, wie es weitergeht", sagte der HG-Chef und meinte: "Dieses Verfahren passt zur Darstellung des deutschen Handballs in den letzten Wochen."