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Handball-Europa spricht deutsch

Hamburg. Angeführt vom Branchen-Primus THW Kiel drückt die Bundesliga dem Handball-Europapokal ihren Stempel auf: Wie in den beiden Vorjahren stehen an diesem Wochenende drei deutsche Teams in den Europacup-Finals. Kiel fordert am Sonntag (18.45 Uhr/Eurosport) in der Champions League Pokalverteidiger BM Ciudad Real zur Revanche heraus, zuvor haben es am Samstag (17

Hamburg. Angeführt vom Branchen-Primus THW Kiel drückt die Bundesliga dem Handball-Europapokal ihren Stempel auf: Wie in den beiden Vorjahren stehen an diesem Wochenende drei deutsche Teams in den Europacup-Finals. Kiel fordert am Sonntag (18.45 Uhr/Eurosport) in der Champions League Pokalverteidiger BM Ciudad Real zur Revanche heraus, zuvor haben es am Samstag (17.30 Uhr/Eurosport) die HSG Nordhorn im Cup der Pokalsieger mit Pevafersa Vallodolid aus Spanien und der VfL Gummersbach (15.30 Uhr) im EHF-Pokal mit RK Velenje aus Slowenien zu tun. Die Rückspiele folgen eine Woche später.


"Wir haben im Europacup allen anderen den Rang abgelaufen", sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann stolz über die deutsche Endspiel-Armada, mahnt zugleich aber: "Darauf dürfen wir uns nicht ausruhen." Im Mittelpunkt des Interesses steht Rekordmeister THW Kiel. "Wir fiebern seit Tagen dem Finale entgegen", gesteht Nationalspieler Dominik Klein. "Mit dem Titel würden wir gern die tolle Saison abrunden." Die Schleswig-Holsteiner, die unter dem Hagel an Bestechungsvorwürfen eine geradezu atemberaubende Saison spielen und diese bereits mit dem Gewinn von Meisterschaft und DHB-Pokal veredelt haben, wollen jetzt alles: Nach 2007 soll zum zweiten Mal das Triple perfekt gemacht werden. "Ich habe noch nie eine Mannschaft gesehen, die ihre Spiele mit dieser unglaublichen Sicherheit trotz des Rummels drumherum gewonnen hat", sagt Bohmann. "Der THW ist zur Zeit wohl die beste Vereinsmannschaft der Welt."

Gleichwohl: Spaniens Meister BM Ciudad Real ist den Kielern ebenbürtig. Im Vorjahr musste der THW dem mit einem Elf-Millionen-Euro-Etat ausgestatteten und daher als reichsten Handballverein der Welt geltenden Rivalen im Finale den Vortritt lassen. In Spanien gewannen die Kieler mit 29:27, daheim ließen sie sich aber mit 25:31 den Pokal aus der Vitrine nehmen. "Die Mannschaft hat das Potenzial, es diesmal zu schaffen", sagt Kapitän Stefan Lövgren, der nach zehn Jahren beim THW nach Schweden zurückkehrt.

Im Schatten der Kieler Meistertruppe greifen Nordhorn und Gummersbach nach den kleineren Pokalen. Für die Nordhorner, die aus wirtschaftlichen Gründen zum Zwangsabstieg verurteilt sind, wäre ein Erfolg über Pevafersa Valladolid ein grandioser Ausklang einer düsteren Saison. Die Gummersbacher kramen vor dem EHF-Cup-Finale gegen Velenje in Erinnerungen. Siebenmal haben sie bereits Europapokale gewonnen - den letzten allerdings von 26 Jahren. dpa



Hintergrund

Die deutschen Tennisprofis haben für die French Open (ab Sonntag) machbare Erstrunden-Aufgaben zugeteilt bekommen. Thomas Haas trifft bei seinem ersten Paris-Start seit drei Jahren zunächst auf den 35 Jahre alten Rumänen Andrej Pawel. Der an Nummer 29 gesetzte Philipp Kohlschreiber bekommt es mit dem australischen Wildcard-Starter Bernard Tomic zu tun. Rainer Schüttler spielt als Nummer 27 der Setzliste gegen Marc Gicquel aus Frankreich und Nicolas Kiefer gegen einen Qualifikanten. Bei den Damen tritt Sabine Lisicki gegen die Tschechin Lucie Safarova an und könnte in der zweiten Runde auf Wimbledon-Siegerin Venus Williams aus den USA treffen. dpa