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Handball-Drittligist HG Saarlouis verliert Heimspiel gegen TuS Dansenberg

HG Saarlouis verliert Heimspiel : Ein nie dagewesener Katastrophenstart

Handball-Drittligist HG Saarlouis kann einen 4:13-Rückstand gegen den TuS Dansenberg nicht mehr aufholen und verliert mit 22:24.

Entsetzen und Ernüchterung zu Beginn, gefolgt von einer furiosen Aufholjagd – und dann doch ein bitteres Ende. Die Drittliga-Handballer der HG Saarlouis haben am Samstag im Saarpfalz-Derby gegen den TuS Dansenberg nach einer Achterbahnfahrt die elfte Saisonniederlage kassiert. 22:24 (11:15) hieß es am Ende, wie im vorherigen Heimspiel gegen die TSG Haßloch. Dabei waren die zwei Heimauftritte nicht wirklich vergleichbar, denn die HG begann vor 1180 Zuschauern in der Stadtgartenhalle unterirdisch: „Ein Katastrophenstart, den ich so von meinem Team hier noch nicht gesehen habe“, befand Trainer Philipp Kessler. Nach neun Minuten nahm er beim 1:6 die erste Auszeit. Die zweite folgte kurz darauf beim 4:12 (18. Minute).

Der Fehlstart hatte auch personelle Gründe, immerhin musste Kessler auf Kapitän Peter Walz und Stammtorwart Patrick Schulz verzichten, die im Polizeieinsatz waren. Dazu sagte ihm mit Linksaußen Tommy Wirtz der aktuelle Topwerfer (112 Tore) mit Grippe kurzfristig ab, und auch Philipp Leist kam krank geschwächt nur sporadisch auf Rechtsaußen zum Einsatz. Das Ergebnis: „Angsthasenhandball zu Beginn“ (Kessler) und eine scheinbar klare Sache für die Kaiserslauterer. „Wenn es 4:13 steht, ist das Spiel eigentlich schon tot. Ich habe noch nie 4:13 zurückgelegen“, sagte Abwehrchef Gilles Thierry.

Umso bemerkenswerter das, was sich danach auf dem Parkett abspielte. Saarlouis gelang es, die anfängliche Scheu abzulegen, kam dank sicherer Siebenmeter von Max Hartz (5/5, mit sieben Toren Topwerfer) Tor um Tor heran, während Dansenberg den Faden verlor. „Nachher haben wir uns gefangen – Respekt für das Kämpferherz“, befand HG-Torwart Darius Jonczyk, der mit etlichen Paraden mithalf, dass es wieder spannend wurde. Nach einem 15:21-Rückstand (41.) war Saarlouis dank fünf Toren in Folge plötzlich wieder im Geschäft. Als Thierry das 20:21 (52.) markierte, kochte die Halle – doch der letzte Tick fehlte.

„Wir waren dran, haben die Chance, den Bock umzustoßen. Dann kommt es aber zu zwei, drei Situationen, in denen wir nicht clever genug sind“, sagte Kessler mit Blick auf einige verpasste Gegenstoßchancen und technische Fehler. Zudem lief TuS-Torwart Kevin Klier richtig heiß: „Dansenberg ist nach der Pause vorne nichts mehr eingefallen. Aber Klier hält acht bis zehn freie Bälle – das ist einfach zu viel“, monierte Kessler die eigene Wurfschwäche, die bereits die beiden Niederlagen zuvor begünstigt hatte. Er sei „trotzdem stolz auf die Jungs, wie sie es nach diesem Start zu Ende gebracht haben“.

Steffen Ecker, Kesslers Pendant auf Dansenberger Seite, war derweil „mehr oder weniger sprachlos“ wegen des Spielverlaufs. Der gebürtige Saarländer, der in Saarlouis die ersten handballerischen Schritte machte und letzte Saison noch Oberligist HF Illtal trainierte, sagte: „Man hat gesehen, was diese Atmosphäre hier ausmacht, auch wenn man das Spiel vermeintlich kontrolliert.“ Am Ende durfte er dennoch jubeln – während die HG haderte: „Wir waren 45 Minuten die bessere Mannschaft. Es ist halt doof, dass wir die ersten Minuten so schlecht waren“, resümierte Thierry. Bei aller Moral dürfte man nicht vergessen: „Was war denn die Scheiße, die wir 15 Minuten gespielt haben?“ Das Gute: Die HG muss nicht lange warten, um den Fans wieder von Anfang an ihr wahres Gesicht zu zeigen. Am Freitag geht es ins nächste Heimspiel gegen den TV Willstätt – „mit Wut im Bauch“, wie Kessler sagte.