Handball-Drittligist HG Saarlouis mit Unentschieden gegen Heilbronn

3. Handball-Liga Süd : Nur Freudl verhindert die komplette Saarlouiser Extase

Handball-Drittligist Saarlouis knöpft dem Tabellenführer Heilbronn nach toller Aufholjagd einen Punkt ab. 1200 Zuschauer in der Stadtgartenhalle.

Fast 1200 Zuschauer wollten das Duell mit dem Spitzenreiter der 3. Handball-Liga Süd auf keinen Fall verpassen. Und die Anhänger der HG Saarlouis sollten ihr Kommen am Freitagabend nicht bereuen: Gegen die TSB Heilbronn-Horkheim erlebten sie erneut eine famose Aufholjagd ihrer Mannschaft, die vor der Saison-Rekordkulisse in der Stadtgartenhalle eine verloren geglaubte Partie in der Endphase noch umbog. Als Lars Walz die HGS 45 Sekunden vor Schluss mit 25:24 in Führung brachte, schnupperte Saarlouis sogar am Sieg über den Tabellenführer – ehe der überragende Gäste-Akteur Pierre Freudl mit der letzten Aktion sein zwölftes Tor zum 25:25 (10:13)-Endstand warf und die komplette Ekstase in der Halle verhinderte.

„Wenn du sechs Tore aufholst und erst in den letzten Sekunden den Ausgleich kassierst, ist das irgendwo bitter – es überwiegt aber klar das Positive. Die Stimmung war phänomenal und hat uns in der zweiten Hälfte erneut getragen“, lobte HG-Rückraumakteur Maximilian Hartz und sah einen „leistungsgerechten Ausgang“. Der 21-Jährige trug dazu wieder mit einer fulminanten Leistungsexplosion im Endspurt bei – vier der letzten sechs Saarlouiser Tore gingen auf das Konto des Sohns von Ex-Nationalspieler Jürgen Hartz.

Nachdem Tobias Gehrke Horkheim mit 20:14 nach vorne gebracht hatte (43. Minute), schien die Messe gelesen. Doch die HG gab nicht auf, Toms Lielais brachte sie mit zwei Toren auf 16:20 heran (44.), auch der lange verletzte Neuzugang Ivo Kucharik traf danach, ehe Torwart Patrick Schulz mit seiner dritten Siebenmeter-Parade gegen Freudl die „Hartz-Festspiele“ einleitete (49.). Trotz Unterzahl nach Zeitstrafe gegen Lars Walz traf Hartz zum 20:23. Rechtsaußen Philipp Leist verkürzte weiter, ehe nach drei weiteren Hartz-Treffern plötzlich ein 24:23 für die HG auf der Anzeigetafel prangte (58.). Spätestens nach dessen Unterarmwurf ins rechte untere Eck wurde die Stadtgartenhalle vollends zum Tollhaus, nachdem Saarlouis fast 50 Minuten einem Rückstand nachgelaufen war.

Die HGS ließ sich weder von zwei weiteren Zeitstrafen in der Endphase noch vom siebten Siebenmeterpfiff für die Gäste beirren. Auch den Ausfall des Kapitäns steckte Saarlouis weg. „Wir mussten ja ohne Peter Walz auskommen, das war nicht leicht zu kompensieren“, sagte Trainer Philipp Kessler ob der Wadenverletzung des Spielführers. Er setzte daher auf eine offensivere 5:1-Deckung, um den Spitzenreiter in Schach zu halten. „Das ist uns phasenweise ganz gut gelungen. Wir haben dennoch lange gebraucht, um uns auf ihr Spiel einzustellen“, befand Kessler, dessen Team durch Tore von Josip Grbavac zum 4:2 und 5:4 zunächst vorne gelegen hatte. Danach übernahm Horkheim das Kommando und setzte sich nach dem letztmaligen Ausgleich zum 10:10 (24.) durch HG-Topwerfer Quentin Abadie (sechs Tore) bis zur Pause auf drei Tore ab. „Wir haben vernünftig begonnen, dann ein paar Fehler zu viel gemacht – das bestraft Heilbronn eiskalt“, sagte Hartz.

Nach der Halbzeit erwischten die Gäste den besseren Start, ehe Saarlouis noch eine Steigerung der tollen Aufholjagd im Heimspiel zuvor glückte, als Meister Kornwestheim nach einem 25:28 mit 35:32 besiegt worden war. „Nach dem 14:20-Rückstand bin ich mit dem Punkt sehr zufrieden“, sagte Kessler. Die HGS kletterte mit 9:7 Zählern auf Rang sieben. Am Samstag steht gegen den TSV Neuhausen/Filder (5:11) erneut ein Heimspiel an.

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