Handball-Drittligist HG Saarlouis gewinnt drittes Heimspiel der Saison

HG Saarlouis besiegt Oppenweiler : Zu Hause weiter eine Macht

Handball-Drittligist HG Saarlouis gewinnt auch sein drittes Heimspiel der Saison – auch dank Torhüter-Urgestein Jonczyk.

Für die Handballer der HG Saarlouis war das Heimspiel gegen den HC Oppenweiler/Backnang ein richtungweisendes: Nach den jüngsten Auswärts-Niederlagen (19:24 in Hochdorf, 25:31 in Haßloch) galt es, am siebten Spieltag der 3. Liga Süd eine Reaktion zu zeigen, um nicht mit einer negativen Bilanz in der unteren Tabellenhälfte hängenzubleiben. Und die Reaktion, sie kam: Vor 960 Zuschauern in der Stadtgartenhalle zeigte die HG gegen den bisherigen Tabellenvierten eine über weite Strecken starke Leistung und kehrte am Samstag mit einem 28:26 (15:14) in den oberen Teil des Tableaus zurück.

„Wir hatten uns vorgenommen, eine deutlich bessere Abwehr zu spielen, und wir haben es geschafft, Oppenweiler bis zur 56. Minute bei 20 Toren zu halten. Sonst erzielen sie im Schnitt 30 – das war eine sehr vernünftige Abwehrleistung, Torhüter inklusive“, zeigte sich HG-Trainer Philipp Kessler zufrieden.

Letzteres bezog er dabei nicht etwa auf Stammtorwart Patrick Schulz, sondern auf Urgestein Darius Jonczyk, der mit seiner besten Saisonleistung zum Fels in der Brandung wurde. Beim Stand von 11:11 kam der 34-Jährige für Schulz ins Spiel, fügte sich mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Marcel Lenz glänzend ein (23.) – und sollte das Feld danach nicht mehr verlassen.

Stattdessen ließ „Darek“ die Gäste mit seinen Paraden reihenweise verzweifeln, gerade in Hälfte zwei, als sich die HG dank ihm und vier Treffern in Folge durch Josip Grbavac (zwei) und das Kapitäns-Duo Philipp Leist und Peter Walz zum 18:14 erstmals klarer absetzte (34.). Jonczyk parierte in der Phase einen weiteren Siebenmeter von Lenz, später scheiterte auch Lukas Köder per Strafwurf (44.) am überragenden HG-Torwart, der ob der guten Vorarbeit der Kollegen zudem etliche Rückraum-Abschlüsse entschärfte. So zog Saarlouis weiter davon, ein Doppelschlag von Vladislav Kurotschkin zum 26:19 (54.) bedeutete die Entscheidung – beides Unterzahl-Treffer.

„Das tut mir gut. Ich versuche einfach, bereit zu sein, wenn es drauf ankommt. Das heute war so ein Bauchgefühl, Pat hat ja anfangs nicht schlecht gehalten“, gab sich Jonczyk gewohnt bescheiden. Zu nachlässig agierten in der Endphase derweil die Kollegen: Nach dem Siebenmeter-Tor durch Leist zum 27:20 (55.) fingen sie sich hintenraus noch sechs Tore und legten durch Topwerfer Maximilian Hartz selbst nur eines nach. „Die ersten gut 50 Minuten lief es mit Sicherheit so, wie wir uns das vorgenommen haben – schade nur, dass wir am Ende etwas einknicken, das sollte nicht passieren“, sagte der mit sechs Toren beste Schütze zum späten Schlendrian.

Der war auch seinem Trainer ein Dorn im Auge. „Wir waren über weite Strecken voll überlegen – jetzt sieht es sogar nach einem knappen Spiel aus. Da erwarte ich von den Jungs einfach, dass sie es sauberer zu Ende spielen“, monierte Kessler. Auf ein Eingreifen hatte er bewusst verzichtet: „Bei dem Vorsprung nimmst du normal keine Auszeit mehr, weil es für den Gegner zu demoralisierend ist – im Nachhinein hätte ich sie lieber genommen“, sagte der Trainer. Wie weit sein Team wirklich ist, wird sich im nächsten Spiel zeigen: Am Samstag um 20 Uhr wartet das Derby beim Fünften TuS Dansenberg (9:5 Punkte).