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Handball: Berthold Kreuser beendet Engagement in Luxemburg

Handball : Der Trainerfuchs hat noch nicht genug

Berthold Kreuser war beim TV Fürstenhausen, der SG Holz-Lummerschied, dem TBS Saarbrücken und der HSG Völklingen. Bis Sommer arbeitet er in Luxemburg.

Berthold Kreuser ist das, was man einen „Trainerfuchs“ nennt. Seit 26 Jahren sitzt der Polizist bei verschiedenen Clubs auf der Bank. Kaum ein Übungsleiter im Saarland hat mehr Erfahrung. Bis zum Ende der Saison 2018/2019 stand der 58-Jährige neun Jahre bei der HSG Völklingen in der Verantwortung. Diese Saison ist er erstmals in seiner Karriere im Ausland tätig. Und erstmals nicht bei einer Herren-, sondern bei einer Frauen-Mannschaft. Er trainiert den luxemburgischen Erstligisten HB Museldall aus Grevenmacher. Dort wird der Saarlouiser nun aber wieder aufhören.

1981 kam Kreuser als Spieler von seinem Heimatverein DJK Roden zum TV Fürstenhausen. Dieser schloss sich 15 Jahre später mit dem TV Wehrden zur HSG Völklingen zusammen. „Trainer Klaus Ruby hat mich damals angerufen. Und als 18-Jähriger musste ich die Herausforderung in der Regionalliga zu spielen natürlich annehmen“, erinnert sich Kreuser. 13 Jahre stand er für den TV Fürstenhausen als Rückraum-Mitte-Spieler „auf der Platte“.

Nach einem kurzen Gastspiel beim TV Dirmingen startete Kreuser 1995 seine Trainer-Karriere bei der SG Holz-Lummerschied, mit der er von der Verbands- in die Oberliga aufstieg. Im Januar 2001 übernahm er das Traineramt beim Regionalligisten HG Saarlouis. Später arbeitete Kreuser beim TBS Saarbrücken und den HF Untere Saar. Mit beiden Clubs stieg er von der Ober- in die Regionalliga auf.

2011 kehrte Kreuser nach Völklingen zurück. Mit der HSG stieg er zweimal aus der Oberliga ab, aber auch zweimal wieder dorthin auf – zuletzt 2015. Seitdem konnte sich die HSG Völklingen dort halten. Im Februar 2019 entschied sich Kreuser dazu, Völklingen zu verlassen. Sein Nachfolger wurde Claude Dolic. Es folgte der Wechsel nach Luxemburg.

Auch dort ruht wegen der Corona-Pandemie der Ball. „Unser letztes Spiel war am 8. März“, erzählt Kreuser. HB Museldall gewann am ersten Spieltag der Meister-Runde mit 22:21 bei HB Dudelange. In Luxemburg wird die 1. Liga nach der Hälfte der Saison in eine Meister- und Abstiegsrunde aufgeteilt. „Die Plus-Punkte werden durch zwei geteilt, die Minus-Punkte nicht übernommen“, berichtet Kreuser. Das führt zu für deutsche Verhältnisse ungewöhnlichen Tabellen-Konstellationen: HB Museldall ist Tabellenvierter mit 7:0 Punkten hinter HB Dudelange, das mit 9,5:2 Zählern auf Rang drei steht. „Vor meinem Wechsel habe ich mich immer gewundert, woher die halben Punkte herkommen. Jetzt weiß ich es“, erklärt Kreuser – und lacht.

Seit 9. April steht fest, dass seine Mannschaft in dieser Saison keine Zähler mehr sammeln kann, denn die Saison im Großherzogtum wurde für beendet erklärt. Der Abbruch ist für HB Museldall sportlich gesehen bitter, da der Club bei der Vergabe der Plätze für das internationale Geschäft leer ausging: Die ersten drei Mannschaften der Tabelle wurden vom Verband als Teilnehmer für die europäischen Wettbewerbe bestimmt – der Tabellenvierte Museldall ging leer aus.

Europacup-Spiele hätte es für Kreuser ohnehin nicht gegeben. Er verlängert seinen auslaufenden Vertrag nicht. „Die Aufgabe ist sehr interessant und macht mir Spaß, aber der Verein hat einen sehr kleinen Kader“, erklärt er: „Dann sind noch zu Beginn Spielerinnen wegen schwerwiegenden Erkrankungen ausgefallen. Und am Schluss gab es Verletzte, sodass ich teilweise mit nur vier oder fünf Akteurinnen trainiert habe. Dafür lohnt sich für mich der Aufwand einfach nicht.“

Wie es mit dem „Trainerfuchs“ weitergeht, ist offen. Im Handball-Geschäft will Kreuser noch eine Weile bleiben. „Nur zu Hause rumsitzen, das geht bei mir nicht – zumal ich ja im besten Trainer-Alter bin“, erklärt der 58-Jährige lachend. Ob im Frauen- oder Herren-Bereich, ist ihm egal: „Es ist auch nicht abhängig von einer gewissen Liga – es müsste einfach passen.“