Hamilton zieht einsam seine Runden

Hamilton zieht einsam seine Runden

Titelverteidiger Lewis Hamilton hat im vierten Saisonrennen der Formel 1 seinen dritten Sieg eingefahren. Der Mercedes-Fahrer setzte sich gestern in Bahrain vor Kimi Räikkönen im Ferrari durch. Nico Rosberg wurde im zweiten Silberpfeil Dritter.

Lewis Hamilton hat eine perfekte Vorstellung beim Flutlicht-Rennen mit einem ungefährdeten Triumph gekrönt. Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg büßte in der vorletzten Runde den zweiten Platz ein. So wurde es beim Großen Preis von Bahrain nichts mit einem Doppelerfolg beim Silberpfeil-Jubiläum: Mercedes bestritt gestern in Sakhir seinen 100. Grand Prix.

Sebastian Vettel verspielte durch Fahrfehler seinen vierten Podestrang im vierten Lauf zur Formel-1-WM. Weil sich der Ferrari-Fahrer zudem eine neue Fahrzeugnase holen musste, blieb dem viermaligen Weltmeister nur Platz fünf. Kimi Räikkönen wurde im zweiten Ferrari Zweiter vor Rosberg. "Man ist nie zufrieden, wenn man nur Zweiter wird", erklärte der Finne. Und auch der Dritte auf dem Podium war nicht allerbester Laune. "Ich hatte am Ende keine Bremsen mehr", sagte Rosberg.

Gleich vom Start weg ging es aggressiv zur Sache. Hamilton fuhr unbehelligt sein eigenes Rennen und wiederholte seinen Vorjahreserfolg. Rosberg, Vettel und Räikkönen bekämpften sich über weite Strecken des 57 Runden langen WM-Laufs. Rosberg musste nach dem Start Räikkönen passieren lassen und fiel auf Rang vier zurück. In der vierten Runde kämpfte er sich mit einem packenden Überholmanöver am Finnen wieder vorbei. Fünf Runden später packte Rosberg dann auch Vettel. Dieser hatte sich in Kurve eins verbremst und dadurch seinen Vorsprung eingebüßt. Durch eine clevere Boxenstopp-Strategie rückte Vettel aber wieder auf Platz zwei vor: Der Heppenheimer bog eine Runde früher als Rosberg zum Reifenwechsel ein und machte dadurch die entscheidende Zeit gut. Aber der stark fahrende Mercedes-Mann griff erneut beherzt an und schnappte sich seinen Landsmann zum zweiten Mal.

Danach beruhigte sich das Geschehen für lange Zeit: Das Silberpfeil-Duo fuhr vor dem Ferrari-Paar vorneweg. Beim zweiten Stopp kurz nach der Hälfte des Rennens dann aber wieder das selbe Bild: Erneut konnte Vettel in der Boxengasse an Rosberg vorbeiziehen. Aber durch einen Ausflug in die Auslaufzone verspielte er diesen Vorteil postwendend - und Rosberg konnte wieder vorbeiziehen. Vettel büßte seine Chancen auf den vierten Podestplatz in dieser Saison in der 37. Runde ein: Er ruinierte sich am Ferrari den Frontflügel und musste eine neue Fahrzeugnase anbauen lassen. "Das kommt eben mal vor", sagte Vettel, "heute passte das eine nicht zum anderen". Und zwei Mal habe er sich "ablatzen lassen". Deshalb fuhr der in dieser Saison sieglose Rosberg zum dritten Mal auf Platz zwei. Und für Räikkönen endete eine Durststrecke: Erstmals seit Oktober 2013 konnte er sich über einen Podiumsplatz freuen.

Titelverteidiger Hamilton baute durch seinen dritten Saisonsieg die Führung in der WM-Wertung aus. Der Brite liegt mit 93 Punkten deutlich vor Rosberg (66 Zähler). Vettel (65) fiel in der Gesamtwertung auf Rang drei zurück.