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Formel 1
Hamilton holt sich die WM-Führung zurück

Le Castellet. Brite gewinnt mit verbessertem Motor den Großen Preis von Frankreich. Vettel wird nach Startkollision am Ende nur Fünfter.

Sebastian Vettel hat im Formel-1-Titelkampf mit Lewis Hamilton Nerven gezeigt und nach einer selbstverschuldeten Kollision in Kurve eins die WM-Führung verloren. Beim turbulenten Großen Preis von Frankreich kam der Ferrari-Star am gestrigen Sonntag nicht über den fünften Platz hinaus und fiel in der Gesamtwertung wieder hinter seinen Rivalen zurück. Vettels Rückstand auf Hamilton beträgt nun 14 Punkte.


„Ich habe das Rennen in Runde eins verloren“, funkte Vettel schon nach der Zieldurchfahrt an die Box und entschuldigte sich bei seiner Crew. Hamilton hüpfte wenig später mit einem breiten Grinsen auf das Siegerpodest. „Jetzt bin ich da, wo ich hin wollte“, sagte er: „Ich bin dankbar für dieses Wochenende. Mein Team verschiebt die Grenzen immer weiter nach oben.“

In Südfrankreich fuhr der Brite mit seinem Motoren-Upgrade einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus. Das Podium komplettierten Red-Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland). Der Deutsche kam noch hinter dem viertplatzierten Daniel Ricciardo (Australien) ins Ziel. Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr beim Heimspiel seines Renault-Rennstalls als Neunter in die Punkte.



Der achte Saisonlauf auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet begann chaotisch: Vettel stieß nach einem ganz starken Start von Rang drei in der ersten Kurve mit dem vor ihm platzierten Valtteri Bottas im Mercedes zusammen und beschädigte seinen Frontflügel. Der viermalige Weltmeister, der dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte, musste am Ende der ersten Runde an die Box. „Lustigerweise lag es daran, dass mein Start zu gut war. Ich hatte einfach keine Möglichkeit mehr auszuweichen. Es war von Anfang an der Wurm drin, dafür war am Ende der fünfte Platz okay“, sagte Vettel. In der Box holte er sich eine neue Nase und die härteste verfügbare Reifenmischung. Die Taktik: Das Rennen ohne weiteren Stopp beenden – und den Schaden begrenzen. Auch Bottas musste einen Stopp einlegen, um seinen zerstörten linken Hinterreifen zu wechseln.

Große Enttäuschung herrschte derweil auch bei den Franzosen. In Pierre Gasly (Toro Rosso) und Esteban Ocon (Force India) schossen sich zwei der drei Fahrer der Grande Nation beim Heimrennen schon in der hektischen ersten Runde ab. Romain Grosjean (Haas) schaffte es als Elfter nicht in die Punkte.

Vettel begann nach den vielen Unfällen und der erneuten Freigabe des Rennens seine Aufholjagd. Während Hamilton an der Spitze seinen Vorsprung auf die Red Bulls langsam, aber stetig ausbaute, verbesserte sich der Heppenheimer vom Ende des Feldes zwischenzeitlich auf den vierten Platz. Allerdings verlor Vettels Ferrari auf dem alten Reifensatz an Geschwindigkeit. Erst überholte Ricciardo, dann musste Vettel auch noch Räikkönen passieren lassen. Vettel wechselte anschließend auf die weichere Ultrasoft-Mischung.

Keinen entscheidenden Einfluss nahm wie befürchtet das Wetter, es blieb trocken. Hamilton spielten die stabilen äußeren Bedingungen in die Karten. Er verdankte das hervorragende Ergebnis zum Teil auch den technischen Verbesserungen, mit denen Mercedes seinen Motor in Frankreich ausgestattet hatte. Die Silbernen verwendeten das eigentlich bereits vor zwei Wochen in Kanada geplante Upgrade. Mehr noch: Nach eigenen Angaben soll die neue Ausbaustufe sogar noch besser funktionieren als das ursprünglich angedachte Upgrade.

Frankreich war der Auftakt des ersten Dreierpacks der Formel-1-Geschichte. Mit den Grand Prix von Österreich in Spielberg (1. Juli) und von Großbritannien in Silverstone (8. Juli) hat Vettel jetzt zwei Chancen zur Wiedergutmachung.