| 20:17 Uhr

2. Fußball-Bundesliga
Wolf macht den HSV stark

Mit Trainer Hannes Wolf läuft es beim Hamburger SV rund.
Mit Trainer Hannes Wolf läuft es beim Hamburger SV rund. FOTO: dpa / Joachim Sielski
Hamburg. Der Bundesliga-Absteiger besiegt Köln und erobert die Tabellenführung der 2. Liga. sid

Armin Veh schimpfte und schimpfte. Die Lasogga-Party im Hamburger Volkspark hatte dem Sportchef des 1. FC Köln so richtig die Laune verdorben. „Grottenschlecht“ fand Veh den Auftritt seines Personals bei der 0:1-Niederlage im Zweitliga-Gipfel beim Hamburger SV. Der große Aufstiegskonkurrent platzt dagegen plötzlich fast vor Selbstvertrauen.


„Unser Ziel ist ganz klar der Wiederaufstieg“, sagte Pierre-Michel Lasogga, der die HSV-Fans nach 363 Minuten ohne Treffer vor heimischer Kulisse erlöst hatte: „Jetzt stehen wir auf Platz eins und wollen da auch nicht mehr runter.“ Von Zweifeln, die zur Entlassung von Christian Titz geführt hatten, ist an der Elbe plötzlich nichts mehr zu spüren. Unter Hannes Wolf schafften die Rothosen den dritten Erfolg im dritten Pflichtspiel und setzten sich verdient an die Tabellenspitze – vor dem FC St. Pauli und Köln.

Lasogga spielt beim Aufschwung eine bedeutsame Rolle. Der Stürmer zahlt das Vertrauen von Wolf mit Toren zurück. Dazu präsentierten sich die immer noch nicht brillant aufspielenden Hamburger in der Defensive gefestigt – Wolf ist der erste Trainer des HSV, der in seinen ersten drei Pflichtspielen keinen Gegentreffer hinnehmen musste. „Ich bin auch der erste Trainer beim HSV, der in der 2. Liga angefangen hat“, sagte der frühere Stuttgarter trocken und mahnte Bodenhaftung vor dem anstehenden Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue am Samstag (13 Uhr) an.



Insbesondere in der Schlussphase zeigte sich die Qualität im HSV-Kader, der brasilianische Olympiasieger Douglas Santos hatte den letztlich siegbringenden Geistesblitz vor Lasoggas Treffer (86. Minute). Über ein vergleichbares Maß an Klasse verfügt auch der FC in seinem Kader, in dem in Jonas Hector unter anderem ein Nationalspieler steht. Die „Nicht-Leistung“ im Topspiel brachte nicht nur Veh auf die Palme. Auch Trainer Markus Anfang war sichtlich genervt: „Wir hatten unheimlich viele individuelle Fehler und haben den HSV dazu eingeladen, das Spiel in die Hand zu nehmen.“