1. Sport
  2. Saar-Sport

Hambüchen und Eichorn müssen nachsitzen

Hambüchen und Eichorn müssen nachsitzen

Der erstmalige Doppelsieg beim DTB-Pokal in Stuttgart macht den deutschen Kunstturnern Mut, sich im April im zweiten Anlauf für Olympia in Rio zu qualifizieren. Was jedoch bleibt, ist die Ungewissheit um die sportliche Zukunft von Fabian Hambüchen.

Fabian Hambüchen blieb stumm. Ansonsten eifrigst in den sozialen Netzwerken unterwegs, verlor Deutschlands Vorturner über den historischen Doppelsieg seiner Teamkollegen Andreas Bretschneider und Sophie Scheder beim Weltcup-Turnier in Stuttgart kein Wort. Dass er nicht einmal als Zuschauer in die Porsche-Arena kam, heizte die Spekulationen über seine lädierte Schulter weiter an.

Angeblich hat der Deutsche Turner-Bund (DTB) den 28-Jährigen für die Olympia-Qualifikation Mitte April in Rio de Janeiro bereits abgeschrieben, offiziell bestätigen mochte dies indes noch niemand. "Es ist alles offen, irgendwelche Wasserstands-Meldungen bringen nichts", sagte Bundestrainer Andreas Hirsch. Eine hartnäckige Entzündung der Supraspinatussehne bereitet dem 28-Jährigen dem Vernehmen nach so große Schmerzen, dass ein geregeltes Training fast nicht möglich ist. Und dem 38-maligen deutschen Meister läuft ungeachtet intensiver medizinischer Betreuung die Zeit davon.

Für die Qualifikation in Rio nominierte der DTB gestern Stuttgart-Sieger Bretschneider (KTV Chemnitz), Lukas Dauser (TSV Unterhaching ), Philipp Herder (SC Berlin), Marcel Nguyen (TSV Unterhaching ) und Andreas Toba (TK Hannover). Für die noch ausstehende sechste Position im Team sowie die des Reserve-Turners wird es am 31. März im Trainingslager in Kienbaum einen Überprüfungswettkampf geben. Hier müssen Hambüchen (TSG Wetzlar Niedergirmes) sowie Waldemar Eichorn (TV Bous), Christopher Jursch (SC Cottbus), Helge Liebrich (TV Wetzgau) und Ivan Rittschik (KTV Chemnitz) antreten. Der Saarländer Eichorn muss nach seinem durchwachsenen Auftritt beim DTB-Pokal also nachsitzen und Gas geben.

Ohne den langjährigen Vorturner Hambüchen könnte es aber eng werden mit der Team-Qualifikation für Olympia. Beim Testevent am Zuckerhut muss die deutsche Riege mindestens den vierten Platz belegen. "Wenn Fabi dabei wäre, wäre ich schon beruhigter", sagte Nguyen, der beim DTB-Pokal in der schwäbischen Metropole Platz vier belegte.

Umso erleichterter war Cheftrainer Hirsch, dass Spätstarter Bretschneider mit 26 Jahren völlig überraschend den ersten großen internationalen Sechskampf-Titel seiner Karriere einfuhr. "Damit hätte wirklich keiner gerechnet, auch ich nicht. Bislang konnte ich mich mit der Rolle als Mehrkämpfer gar nicht identifizieren", sagte der Chemnitzer.

Besonders beeindruckend war, dass es sich der Sachse sogar leisten konnte, auf den von ihm selbst kreierten "Bretschneider" (Doppelsalto rückwärts gehockt mit zwei Schrauben) am Reck zu verzichten, und dennoch die Siegprämie von umgerechnet 13 400 Euro einstrich. Ein Lob von Hirsch kam noch obendrauf: "Er kann superstolz auf sich sein. Dieser Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit."