1. Sport
  2. Saar-Sport

Hallenfußball: Gruppe Völklingen-Köllertal gewinnt Schiedsrichters-Masters

Fußball : 25 Jahre auf den großen Triumph gewartet

Auch Schiedsrichter können Traumtore schießen – oder köpfen. Das hat die Schiedsrichter-Gruppe Völklingen-Köllertal jetzt gezeigt. In Diefflen gewann die Mannschaft die 25. Auflage des Schiri-Masters. Es war ihr erster Erfolg bei dem Turnier.

Gerade war er noch der Pechvogel. Bei einem aussichtsreichen Freistoß seines Teamkollegen Yasar Akcay stand Valmir Selmonaj vor dem gegnerischen Tor unglücklich im Weg – und blockte ungewollt den Schuss des Mitspielers, der wohl im Tor gelandet wäre.

Es war die bis dato größte Chance im Endspiel des Volksbanken-Schiedsrichter-Masters, in dem sich am Sonntag in der Sporthalle Diefflen die Schiedsrichtergruppen (SRG) Völklingen-Köllertal und Homburg gegenüberstanden. Eine von mehreren Chancen auf beiden Seiten, die die Finalisten aber nicht für sich nutzen konnten – bis eine für den Hallenfußball untypische Szene den Bann bricht: Diesmal bringt Akcay den Ball als Flanke vor das Homburger Tor. Dort geht der vorherige Unglücksrabe Selmonaj diesmal mit voller Absicht zum Ball – und köpft ihn schulbuchmäßig zum 1:0 ins rechte Eck. „Die Flanke von Yasar kam perfekt. Ich treffe den Ball richtig gut – einfach ein geiles Tor. Ich denke, es war sogar das beste Tor im Turnier“, jubelte der Schütze über den Treffer, der unbestritten der wichtigste des Turniers war.

In den restlichen vier Minuten übersteht die SRG Völklingen-Köllertal das finale Anrennen von Homburg. Als Roman Honecker 23 Sekunden vor Schluss auf 2:0 erhöht, ist der Titelgewinn bei der 25. Auflage perfekt. „Wir haben 25 Jahre lang keinen Titel geholt – jetzt wird gefeiert“, kündigte Selmonaj an. Ganz anders war die Gemütslage beim unterlegenen Finalisten. Für Homburgs Unparteiische war es die vierte Endspiel-Teilnahme in Folge. Und nach dem Triumph 2017 wurden sie nun zum dritten Mal auf den letzten Drücker ausgebremst. „Das ist richtig bitter“, lautete daher der Tenor.

Richtig bitter: Das galt auch für das Turnier der SRG Merzig. Trotz zweier Erfolge in der Vorrunde – 3:1 gegen St. Wendel, 2:1 gegen Völklingen-Köllertal – verpasste die Mannschaft wegen des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich dreier punktgleicher Teams das Halbfinale. Im letzten Spiel mussten die Merziger tatenlos zusehen, wie Homburg beim 4:0 über St. Wendel durch zwei Tore in den letzten 30 Sekunden vorbeizog. „Wir haben leider den Auftakt gegen Homburg verschlafen. Immerhin aber: Wir sind mit Stil ausgeschieden. Und trotz allem hat es Spaß gemacht“, befand Merzigs Noah Mertes.

Mit dem Spaß am Schiedsrichter-Dasein ist es heutzutage bekanntlich so eine Sache: Meldungen über Anfeindungen und Attacken werden immer häufiger. Auch Mertes findet, dass der Ton auf den Plätzen gegenüber seiner Zunft rauer geworden ist. Dennoch blickt er guten Mutes nach vorne: „Ich denke, dass es sich positiv auswirken wird, dass künftig bei unsportlichem Verhalten härter durchgegriffen wird. Das, was in der Bundesliga passiert, überträgt sich einfach auf die niederen Klassen. Daher ist das ein Schritt in die richtige Richtung.“

Das Turnier in Diefflen habe erneut auch zum Austausch gedient. Und es brachte eine nicht ganz einfache Konstellation mit sich: „Wenn Schiedsrichter spielen und von Kollegen gepfiffen werden, ist das natürlich nicht so einfach. Da hat jeder seine spezielle Sicht auf so manche Szene – das sind die schwierigsten Spiele, wenn man die eigenen Kollegen pfeifen muss“, attestierte Tobias Hauer von der SRG Obere Saar den Männern an der Pfeife eine tadellose Leistung.

Gleiches galt für die Organisation der gastgebenden SRG Dillingen. Mit dem eigenen Abschneiden war er „nicht ganz zufrieden“. Im Halbfinale unterlag Obere Saar dem späteren Sieger durch ein Tor von Fabian Schienke mit 0:1, danach sicherte ein 5:1 über die SRG Theel Rang drei. Der Nordsaar-Vertreter war im Halbfinale durch ein spätes Tor von Julian Leibrock 0:1 an Homburg gescheitert.