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Hängepartie um Haupttribüne im Stadion der SV Elversberg geht weiter

Stadion der SV Elversberg : Hängepartie um Haupttribüne geht weiter

Bauaufsicht hat Oberrang des Stadions der SV Elversberg auch nach fünf Jahren noch nicht freigegeben.

Die SV Elversberg konnte in den vergangenen Wochen und Monaten viele sportliche Erfolge in der Fußball-Regionalliga Südwest verzeichnen. In dieser Woche gibt es seit Jahren auch den ersten Teilerfolg zu vermelden, was die Baumaßnahmen an der Kaiserlinde angehen. Der Parkplatz neben dem Stadion ist fertig. Zum Derby am kommenden Samstag um 14 Uhr gegen den 1. FC Saarbrücken ist der Parkplatz erstmals für 700 Autos freigegeben.

„Noch umzusetzen ist die Installation einer festen Zaunanlage und der Stadion-Zugang, für das anstehende Heimspiel werden diese Maßnahmen vorübergehend auf mobile Weise sichergestellt“, erklärte SVE-Pressesprecherin Christina John. Sechs Jahre lang dauerte das Parkplatzprojekt von der Planung bis zur Fertigstellung. Unter anderem mussten aus naturschutzrechtlicher Sicht in dem ehemaligen, 20 000 Quadratmeter großen Waldgebiet die schützenswerten Haselmäuse eingefangen und umgesiedelt werden.

Die Gesamtkosten des Parkplatzes belaufen sich auf 2,5 Millionen Euro. 750 000 Euro gibt es als Zuschuss vom Land, den Rest teilten sich die SVE und die öffentliche Hand. 130 der 700 Parkplätze können täglich als öffentliche Parkplätze genutzt werden.

Den ganz großen baulichen Erfolg kann die SVE allerdings erst feiern, wenn die mittlerweile gar nicht mehr so neue Haupttribüne endlich fertiggestellt werden kann. Doch das Thema zieht sich wie ein Kaugummi durch die Vergangenheit bis heute. Seit fünf Jahren ist der Oberrang mit Business- und Vip-Bereich inklusive Logen gesperrt und wird von der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) des Landkreises Neunkirchen nicht freigegeben. Das wird auch beim Derby am Samstag und beim diesjährigen Endspiel um den Saarlandpokal so sein.

Es geht um das Brandschutz-Konzept. Die SVE hat zwar das Brandschutz-Konzept mit professioneller Hilfe neu überarbeiten lassen, doch es wurde bereits zweimal von der UBA abgelehnt. Welche konkreten, baulichen Maßnahmen die SVE treffen muss, um die Tribüne komplett fertig bauen zu dürfen, weiß sie nicht. Es gab bislang lediglich eine dringliche Forderung, das Dach der neuen Tribüne zu erneuern, da es nicht den Brandschutzvorgaben entsprochen hat. Dies tat die SVE und investierte einen sechsstelligen Betrag. Welche genauen Maßnahmen weiter zu treffen sind, konnte die UBA auch der Saarbrücker Zeitung nicht mitteilen.

„Aufgrund von Unvollständigkeit und fehlender Prüffähigkeit musste der letzte Genehmigungsantrag zurückgewiesen werden“, antwortete das Amt für Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises Neunkirchen. „Trotz intensiver Gespräche zwischen dem Landkreis Neunkirchen und den Verantwortlichen der SVE, in denen die Genehmigungsvorgaben nach dem saarländischen Baurecht erläutert wurden, konnte aufgrund von rechtlichen Hürden keine Genehmigung erteilt werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Allerdings teilte der Landkreis Neunkirchen auch mit, dass er generell an einer zeitnahen Lösung der Bausituation interessiert ist und sich in ständigem Austausch mit den Verantwortlichen befindet.

Stadion der SV Elversberg Foto: Heiko Lehmann

Diese Absicht haben die Verantwortlichen der SVE ebenso. Auf eine SZ-Anfrage bei der SVE hieß es in einer Mitteilung: „An der Erarbeitung der bisher eingereichten Brandschutzkonzepte waren insgesamt vier auf Brandschutz spezialisierte Unternehmen beauftragt, die auch bundesweit über weitreichende Erfahrung im Stadionbau und den Genehmigungsverfahren verfügen. Seitens des Prüfsachverständigen für Brandschutz wurde festgestellt, dass bei Umsetzung des eingereichten Brandschutzkonzeptes grundsätzlich die brandschutztechnische Genehmigungsfähigkeit gegeben ist.“