Hacke, Spitze, 0:1

Durban. Trainerfuchs Ottmar Hitzfeld (Foto: dpa) hat Europameister Spanien geschockt und der Schweizer Nationalmannschaft zum WM-Auftakt einen historischen Erfolg beschert. Mit dem sensationellen 1:0 (0:0) gegen den Turnier-Topfavoriten schafften die Eidgenossen am Mittwoch in Durban im 19

Durban. Trainerfuchs Ottmar Hitzfeld (Foto: dpa) hat Europameister Spanien geschockt und der Schweizer Nationalmannschaft zum WM-Auftakt einen historischen Erfolg beschert. Mit dem sensationellen 1:0 (0:0) gegen den Turnier-Topfavoriten schafften die Eidgenossen am Mittwoch in Durban im 19. Vergleich den ersten Sieg gegen die "seleccion" und verschafften sich dank des "goldenen Tores" von Gelson Fernandes (52. Minute) eine erstklassige Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Dagegen kassierte der zuvor in 48 Länderspielen nur einmal besiegte EM-Champion vor 62 452 Zuschauern im Moses-Mabidha-Stadion einen herben Rückschlag und steht im zweiten Match der Gruppe H am Montag gegen Honduras bereits gewaltig unter Druck.

"Meine Mannschaft hat Historisches geleistet. Die Schweiz hat in ich glaube 105 Jahren nicht gegen Spanien gewonnen. Aber irgendwann ist es mal soweit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, denn es hat sehr intelligent gespielt", meinte Erfolgscoach Hitzfeld glückstrahlend. "Wir haben einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht, aber schon gegen Chile wird es viel schwerer", glaubt der ehemalige Bundesliga-Coach von Borussia Dortmund und Bayern München.

Dagegen war sein spanischer Kollege Vicente del Bosque enttäuscht: "Das war nicht unser Tag. Uns hat die Präzision im Abschluss gefehlt. Nun sind wir gezwungen, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen."

Die "Nati" sah sich von Beginn an meist in die eigene Hälfte zurückgedrängt, stand hinten aber kompakt und machte den spielstarken Iberern das Leben schwer. Es dauerte bis zur 17. Minute, ehe David Silva erstmals das Schweizer Gehäuse ins Visier nahm. Sieben Minuten später musste Torwart Diego Benaglio jedoch sein ganzes Können aufbieten, um gegen Gerard Piqué zu klären. Auch ein Heber von David Villa (45.) fand nicht den Weg ins Tor.

Kurz nach dem Wiederanpfiff wurden die Iberer in der immer besser werdenden Partie eiskalt ausgekontert. Nach einem Steilpass spielte Fernandes mit Eren Derdiyok wunderschön Doppelpass und vollendete gegen die verzweifelten Klärungsversuche von Piqué und Keeper Iker Casillas im zweiten Nachschuss. Die Schluss-Attacke der Spanier hatte keinen Erfolg, zumal die Eidgenossen stets gefährlich blieben: Derdiyok traf nach einem tollen Solo noch den Pfosten (74.).