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Haas schreibt sein Märchen weiterMurray im Halbfinale, Grönefeld rausDie Londoner Kaffee-Gedanken

Haas schreibt sein Märchen weiterMurray im Halbfinale, Grönefeld rausDie Londoner Kaffee-Gedanken

Im Land der Teetrinker hat man es nicht so einfach, wenn man morgens seinen Kaffee braucht, um in die Gänge zu kommen. Denn was hier im Pressezentrum als Kaffee angepriesen wird, hat nicht einmal ansatzweise etwas damit zu tun. Schmieröl wäre eine treffendere Bezeichnung für das, was hier aus dem Automaten kommt. Die hiesigen Kaffee-Ketten schaffen da Abhilfe

Im Land der Teetrinker hat man es nicht so einfach, wenn man morgens seinen Kaffee braucht, um in die Gänge zu kommen. Denn was hier im Pressezentrum als Kaffee angepriesen wird, hat nicht einmal ansatzweise etwas damit zu tun. Schmieröl wäre eine treffendere Bezeichnung für das, was hier aus dem Automaten kommt. Die hiesigen Kaffee-Ketten schaffen da Abhilfe. Aber was nehmen bei der riesigen Auswahl? Den Hot Chocolate Milano, einen doppelten Kakao mit Espresso, Sahne und belgischer Praline obendrauf? Oder der Chocolissimo double-double, ein doppelter Espresso mit Sahne, wahlweise mit Marshmellows drauf oder auch Karottenkuchen dazu? Obwohl - bei dem untypisch heißen Wetter hier in London haben Kaltgetränke Hochkonjunktur. Coffee Republic bietet sogar Milchshakes mit Nutella- oder Bounty-Geschmack an. Wer's mag.

Nein, beim Kaffee bin ich ganz Traditionalist: Vanilla Latte ist und bleibt mein Favorit. Bei 30 Grad im Schatten - aber bitte mit Eis.London. Andy Murray steht erstmals in seiner Karriere im Halbfinale der All England Championships in Wimbledon und nährt weiterhin die Hoffnungen der Fans auf den ersten britischen Sieger seit 1936. Der 22-Jährige bezwang im Viertelfinale den Spanier Juan Carlos Ferrero deutlich mit 7:5, 6:3 und 6:2. Sein Halbfinalgegner wurde am Abend zwischen dem Australier Lleyton Hewitt und dem US-Amerikaner Andy Roddick ermittelt. Diese Partie war bei Redaktionsschluss jedoch noch nicht beendet.

Für Anna-Lena Grönefeld sind ist Wimbledon in der Doppelkonkurrenz vorbei. Die Wahl-Saarbrückerin hatte im Viertelfinale zusammen mit ihrer Partnerin Vania King (USA) gegen die Vorjahressiegerinnen Venus und Serena Williams (USA) nur wenig Chancen und unterlag mit 2:6 und 5:7. Lediglich im zweiten Satz konnten die beiden das Spiel etwas offener gestalten. Am Abend kämpfte Kristina Barrois (Urexweiler) an der Seite von Tathiana Garbin (Italien) ebenfalls um den Einzug ins Halbfinale. Gegen die an Nummer drei gesetzte australische Paarung Samantha Stosur/Rennae Stubbs stand es bei Redaktionsschluss 6:1, 3:6 und 1:1. spr

London. Als Novak Djokovic wieder einmal keine Antwort auf den Netzangriff wusste und seine Vorhand im Netz landete, da schaute Thomas Haas nur kurz zu seiner Box, so als könnte er nicht glauben, was er da gerade geschafft hat. Mit einem 7:5, 7:6 (8:6), 4:6 und 6:3 gegen den Weltranglisten-Vierten aus Serbien zog der 31-jährige Hamburger erstmals ins Halbfinale der All England Championships in Wimbledon ein und konnte es auch danach noch kaum fassen: "Es ist erstaunlich, was hier passiert. Vor dem Turnier in Halle hatte ich kaum Erwartungen an die Rasensaison und jetzt habe ich Halle gewonnen und stehe ich im Halbfinale von Wimbledon. Ich denke, das waren große Momente."

Im fortgeschrittenen Tennisalter von 31 scheint sich Haas noch zu einem Rasenspezialisten zu entwickeln. Als hätte er noch nie auf einem anderen Belag gespielt, suchte er offensiv wie selten häufig den Weg ans Netz. Fast nach der Hälfte seiner Aufschläge rückte er nach vorne auf und setzte Djokovic damit unter Dauerdruck. Außerdem schlug Haas exzellent auf, brachte fast 70 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld, schlug 18 Asse. "In meinem Alter muss man sehen, dass man viele freie Punkte bekommt", scherzte der Deutsche. "Aber im Ernst: Ich habe mit Serve und Volley noch nie Probleme gehabt und bisher funktioniert es ja auch sehr gut hier."

In einem ausgeglichenen ersten Satz schaffte Haas das erste Break zum 6:5 und holte sich danach den Durchgang souverän. Das gleiche Bild in Satz Nummer zwei: Nachdem beide Spieler ihre Aufschlagspiele erst ohne Probleme gewannen, schaffte der Deutsche wieder das Break zum 6:5. Doch dieses Mal konnte Djokovic kontern und rettete sich in den Tie-Break. Dort führte der Serbe schon mit 6:3, doch Haas gelangen fünf Punkte in Serie zur 2:0-Satzführung. "Bei 6:5 war ich unaufmerksam. Im Tie-Break wollte ich mich schon anschreien, dass ich wieder aufwachen soll. Aber dann habe ich den Satz noch irgendwie gewonnen. Ich denke, das war der Schlüssel für das gesamte Match", analysierte Haas. Den dritten Durchgang holte sich der Serbe nach einem Break zum 4:3 schließlich mit 6:4, doch als Haas schließlich das Break zum 3:1 im vierten Satz gelang, war der Widerstand des Weltranglisten-Vierten gebrochen.

Im Halbfinale geht es nun am Freitag gegen Roger Federer, der sich auf seinem Weg zum 15. Grand-Slam-Titel auch vom "Kanonenaufschläger" Ivo Karlovic aus Kroatien nicht aufhalten ließ. Der Schweizer Weltranglisten-Zweite siegte mit 6:3, 7:5 und 7:6 (7:3) gegen den Mann, der in fünf Partien insgesamt 160 Asse schlug und bis zum Match gegen Federer nicht einmal seinen Aufschlag abgab.

Haas und Federer trafen vor knapp vier Wochen im Achtelfinale von Paris aufeinander, wo Haas den Schweizer am Rand einer Niederlage hatte. Deshalb erwarten die beiden, die übrigens gut befreundet sind, wieder eine enge Partie. "Das Spiel in Paris war brutal", meinte Federer. "Ich hoffe, dass wir uns ein ähnlich gutes Match liefern können." "Es ist erstaunlich, was hier passiert."

Thomas Haas