Fußball-WM: Gündogan kann Kritik an Erdogan-Treffen verstehen

Fußball-WM : Gündogan kann Kritik an Erdogan-Treffen verstehen

Boateng und Kroos sind wieder im Mannschaftstraining.

Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan hat sich von den Reaktionen auf sein Treffen mit dem umstrittenen türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan betroffen gezeigt, kann die Kritik aber nachvollziehen. „Einige Reaktionen haben mich getroffen, vor allem auch die persönlichen Beleidigungen. Ich verstehe, dass man die Aktion nicht gut finden muss“, sagte Gündogan und betonte: „In den letzten Jahren haben wir viel dazu beigetragen, die Integration in Deutschland zu fördern.“ Für Kritik sei er immer offen. „Jeder Mensch hat seine eigene Meinung. Deswegen haben wir auch die Meinungsfreiheit. Dafür stehe ich. Genau dafür fühle ich mich privilegiert, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein. Aber beleidigen lassen will ich mich auch nicht.“

Gündogan und Mesut Özil hatten Erdogan am 13. Mai in London getroffen und mit ihm posiert. Die vereinzelten Pfiffe beim Länderspiel in Österreich (1:2) „machen natürlich etwas mit einem“, sagte Gündogan.

Jerome Boateng ist indes gestern nach seiner Muskelverletzung im Adduktorenbereich ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Auch Mittelfeldspieler Toni Kroos war nach seinem Sonderurlaub nach dem Champions-League-Triumph mit Real Madrid erstmals im Training dabei. Hingegen absolvierte Özil mit Rücksicht auf seine Rückenprobleme in der Schlussphase der Saison eine individuelle Einheit im Fitnesszelt. Der Weltmeister wollte auch beim gestrigen Medientag nichts zum Thema Erdogan sagen.

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