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Guanti nicht zu stoppen

Guanti nicht zu stoppen

Er hatte offenbar keine Zeit zu verlieren: Fernando Alberto Guanti ritt am Sonntag im Hauptrennen in Güdingen zu einem Start-Ziel-Sieg. Der Saarländer Maxim Pecheur musste da in seinem Rennen schon mehr um den Sieg kämpfen.

Pferderennen können manchmal so spannend sein. Wenn die Führung ständig wechselt, die Jockeys und Rennreiter um jeden Zentimeter kämpfen, jede Lücke nutzen, sei sie auch noch so klein. Ein Kampf um Ruhm, ein Siegerfoto, einen weiteren Moment ganz oben. Wie im letzten Rennen des Sparkassen-Renntags, als nur das Zielfoto für eine Entscheidung sorgen konnte. Im Hauptrennen am Pfingstsonntag verlagerte sich die Spannung dagegen auf den Kampf um die Plätze. Ganz vorne setzte sich Fernando Alberto Guanti auf dem favorisierten Pferd "Ferdoussi" klar durch.

Bei Temperaturen, bei denen jede Reaktion und jede Bewegung nur verzögert durchgeführt werden konnte und jedes noch so kleine Fleckchen Schatten genutzt wurde, überzeugte Guanti in dem mit 10 000 Euro dotierten Rennen mit einem Start-Ziel-Sieg. "Naja", sagte der Panamaer nach seinem Erfolg und lächelte: "Ich bin gleich am Start gut rausgekommen und das Rennen war ein bisschen langsam." Dass die taktischen Vorgaben seines Trainers, an zweiter oder dritter Stelle zu reiten, diesmal nicht umgesetzt wurden, war im Ziel egal.

Eine Taktik, die auf das Rennen von Maxime Pecheur geradezu zugeschnitten schien. Bis kurz vor der letzten Kurve war er der einzige, der dem Tempo von Fabian Xaver Weißmeier (auf "Skystream") folgen konnte. "Das war heute ein optimales Rennen", sagte der 23-Jährige gelassen. Denn das Feld war sehr früh und ganz weit abgeschlagen, als Pecheur seinen Angriff setzte.

"Das Pferd war sehr gut", meinte der Saarbrücker, der Weißmeier auf der Zielgeraden stehen ließ und ihm noch sieben Längen abnahm - auf Daktani. Einem Rennpferd des Gestüts Röttgen aus Köln, das seine Premiere auf der Saarbrücker Bahn feierte. "Dass dann auch noch ein Saarländer diesen Ritt bekommt, ist sehr schön", sagte Werner Schmeer, Vorsitzender Pferderennsport des Rennclubs Saarbrücken. Auch "Dynamite Cat" aus dem Stall Schmeer startete in eben jenem Rennen. Und wie jedes Mal, wenn eines seiner Pferde startet, stand Schmeer abseits des größten Trubels, im Innenbereich der Bahn, so als benötige er die Ruhe, um ganz bei seinem Pferd zu sein, das noch auf den dritten Platz ritt.

"Wir sind ganz zufrieden", sagte Schmeer. Ohnehin war es ein guter Tag für den Rennclub, der laut Veranstalter etwa 10 000 Besucher auf die Rennbahn lockte, trotz sengender Hitze. "Wir sind stolz, unseren Beitrag zu einer Top-Veranstaltung im Saarland beitragen zu können", sagte Alfons Lauer, Präsident des Sparkassenverbands.

Auch die Saarbrückerin Lena Mattes wollte sich nicht beschweren. Nach ihrem Sturz in Leipzig gewann sie - wie schon im Jahr zuvor -den saarländischen Steherpreis über 3000 Meter. Wohl die beste Art, sich wieder auf der Rennbahn zurückzumelden. Auch, wenn ein gewisses Risiko für Ross und Reiter nicht ausbleibt. Es gehört ebenso zum Pferderennsport wie ein packender Ritt um ein Siegerfoto.