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Grün-weiße Glückseligkeit

Grün-weiße Glückseligkeit

Der VfL Wolfsburg hat sich beim 3:1 gegen Borussia Dortmund verdient zum ersten Mal den DFB-Pokal gesichert und konnte beim Feiern viele Sympathien gewinnen. Der rauschende Abschied von Klopp fiel also aus.

Dieter Heckings Kappe mit der Aufschrift "King" brachte alle zum Lachen, das Tänzchen von Klaus Allofs mit Aufsichtsrats-Chef Javier Garcia Sanz sorgte für Staunen, und die Sangeskraft der 30 000 grün-weißen Fans im Stadion verdiente höchsten Respekt: Beim VfL Wolfsburg herrschte nach dem verdienten 3:1 (3:1)-Erfolg im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund große Ausgelassenheit. Fast wirkte der reiche Werksclub wie ein Verein aus dem Volk.

"Das war ein Tag, an dem uns viele ins Herz geschlossen haben", sagte Allofs. Und Garcia Sanz, der sich mit dem Manager nach dem Abpfiff in der Kabine zwischen mehreren Bierduschen ein Tänzchen gönnte, meinte: "Wir haben heute viele Sympathiepunkte gemacht." Trainer Dieter Hecking vergaß in der Stunde des größten Cluberfolgs seit der Meisterschaft 2009 allerdings auch nicht die Schmach, die der Werksclub oft ertragen muss. "Man hat uns belächelt, weil wir Dienstagabends mit 157 Fans zum Auswärtsspiel nach Frankfurt gefahren sind. Heute haben alle gesehen, wie gut wir feiern können. Dortmund war am Ende mausetot."

In der Tat war am Ende das "Oh, wie ist das schön" der grün-weißen Fans im Olympiastadion deutlicher zu hören als die BVB-Sprechchöre. Hecking wurde lauter gefeiert als Jürgen Klopp verabschiedet. Alles passte zusammen. Durch die Tore von Luiz Gustavo (22. Minute), Kevin de Bruyne (33.) und Bas Dost (38.) war der perfekte Saison-Abschluss nach Vizemeisterschaft und der Qualifikation für die Champions League gelungen.

Lob gab es auch vom Weltmeister-Trainer. Für Joachim Löw war der VfL der verdiente Sieger. Wolfsburg sei über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft gewesen. "Es freut mich für Dieter Hecking , er hat noch nie einen Titel gewonnen", sagte Löw.

Zu den größten Feier-Biestern im Team gehörte Abwehrspieler Timm Klose. Der Schweizer drehte ein Video über die Feier in der Kabine und überraschte mit lockeren Sprüchen. Über seinen Trainer meinte der Innenverteidiger: "Wenn Hecking eine geile Nacht hat, dann machen wir die Wände etwas dicker. Er hat nicht umsonst fünf Kinder."

"King" Hecking erklärte, dass er die Schirmmütze von seinem Sohn geschenkt bekommen habe. "Wenn man fünf Kinder hat, hat immer irgendwer eine dumme Idee", sagte der Familienvater. Bis zur Pressekonferenz trug der Trainer die Kappe eisern. Dann überraschten ihn Naldo und Vieirinha mit einer Bierdusche - und die nasse und verklebte Kopfbedeckung verschwand in der Tasche.

Kevin de Bruyne war nach dem Spiel den Tränen nahe, voller Freude, aber auch voller Schmerzen. Der Belgier hatte sich in der ersten Halbzeit eine Risswunde zugezogen, die in der Pause mit fünf Stichen genäht werden musste. Nach seinem Tor hatte er auf die Nummer 19 und das Herz auf seinem Trikot gezeigt, die an den im Januar bei einem Autounfall verstorbenen Mitspieler Junior Malanda erinnern sollte: "Er bleibt immer in meinem Herz."

Beim BVB war die Laune nach dem dritten verlorenen Endspiel in Folge im Keller, doch der Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (5. Minute) war einfach zu wenig. Der nach sieben Jahren bei der Borussia scheidende Trainer Jürgen Klopp hatte seine Jungs nacheinander in den Arm genommen. "Es fällt mir schwer loszulassen", sagte Klopp: "Der Abschiedsschmerz kommt langsam, das tut extrem weh."