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Großfeld-Tennis zum Abgewöhnen

Elversberg. Die SV Elversberg hat nach der 0:2-Heim-Niederlage gegen Hessen Kassel den direkten Kontakt zu den Relegationsplätzen verloren. Gegen Kassel zeigte die SVE ihre wohl schlechteste Saisonleistung. Heiko Lehmann

Im Eiltempo verließen die Spieler des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg am vergangenen Samstag den Rasen der Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde. Manch einer wirkte dabei sogar schneller als in den 90 Minuten zuvor auf dem Platz. Das Positive an der 0:2-Niederlage gegen den KSV Hessen Kassel zuerst: Die schlechteste Saisonleistung hat die SVE hinter sich.

Vor offiziell 849 Zuschauern hatte SVE-Trainer Willi Kronhardt seine Startformation nach zehn Punkten aus vier Spielen das erste Mal nach dem Winter geändert. Für den gelbrot-gesperrten Thomas Birk spielte Michael Blum links in der Vierer-Abwehrkette. Die taktische Grundordnung war definitiv zu erkennen - aber das war es dann auch schon. Im Spielaufbau versuchten die SVE-Akteure, mit Kurzpassspiel auf tiefem und extrem unebenem Platz zum Erfolg zu kommen. Was selbst dem FC Bayern München auf solch einem Geläuf kaum gelingen würde, klappte bei der SVE erst Recht nicht. Kamen die Elversberger mal in die Nähe des Kasseler Strafraums, hagelte es falsche Laufwege, Fehlpässe und Missverständnisse. Bezeichnend: Die beste Torchance hatte Innenverteidiger Kevin Maek, der nach einem Freistoß fünf Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig traf (30.).



Die Gäste aus Kassel standen bei ihrer fünfstündigen Busanreise mehr als eine Stunde im Stau und trafen erst 50 Minuten vor Spielbeginn ein. Zudem musste KSV-Spielmacher Shqipon Bektasi nach einem Foul von Matthias Cuntz mit einer Knieprellung den Platz verlassen (17.) Trotz dieser widrigen Umstände spielten die Gäste sehr diszipliniert und nutzten nach der Pause die kapitalen Schnitzer der Elversberger, die zum schlimmen Gebolze auch noch hinzukamen. SVE-Torhüter Morten Jensen und Abwehrspieler Lukas Kohler waren sich an der Strafraumgrenze nicht einig, wer zum Ball gehen sollte, und KSV-Stürmer Mike Feigenspan spitzelte den Ball an beiden vorbei ins Tor - 0:1 (54.). Nur vier Minuten später verlor SVE-Kapitän Timo Wenzel den Ball im Spielaufbau, Feigenspan spielte Jensen aus und schob zum 0:2 ein. Es waren die beiden ersten Regionalliga-Tore des 19-Jährigen.

In der Elversberger Offensive brachte Kronhardt nach der Pause Benjamin Förster für Mijo Tunjic. Am totalen Offensiv-Ausfall der SVE änderte das aber überhaupt nichts. In der Schlussphase wurde Maek sogar zum Stürmer umfunktioniert. Die SVE spielte nun nur noch lange Bälle aus der eigenen Abwehr, die Kasseler bolzten die Bälle einfach zurück - es hatte was von Großfeld-Tennis. "Ich hab heute nicht gewusst, wer vor dem Spiel fünf Stunden im Bus gesessen hat - wir oder die", sagte Kronhardt, während die Spieler keine Lust auf eine Erklärung für die vergangenen 90 Minuten hatten. Bereits am morgigen Dienstag, 19 Uhr, ist die SVE zu Gast beim FK Pirmasens.