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Grigoleit glaubt an Chance

Grigoleit glaubt an Chance

In der Finalserie nach dem Modus best-of-three treffen die Saarlouis Royals auf Grüner Stern Keltern mit der Ex-Saarlouiserin Steffi Grigoleit. Die sieht ihr Team im Kampf um den Aufstieg nicht chancenlos.

Nur ein Dutzend Schritte sind es von den Kabinen aufs Parkett der Stadtgartenhalle. An diesem Sonntag um 15 Uhr gehen die Basketballerinnen des TV Saarlouis diesen Weg vielleicht zum letzten Mal in der 2. Bundesliga Süd. Gewinnen sie das erste Spiel der Finalserie gegen Grüner Stern Keltern (Modus best-of-three), können sie im Rückspiel am kommenden Sonntag, 5. Mai, im Schulzentrum Dietlingen mit einem zweiten Sieg den Aufstieg und damit die direkte Rückkehr in die Bundesliga perfekt machen. Doch einen Spaziergang erwartet niemand.

"Komischer" Vereinswechsel

Grüner Stern Keltern ist in guter Verfassung. Nach holprigem Saisonauftakt musste Trainer Thorsten Kustos im Februar gehen, für ihn kam Heinrich Simon. Am 17. März brachte Keltern den Royals beim 73:66 die zweite Saison-Niederlage bei. Und in der Halbfinalserie der Aufstiegsrunde machte das Team zwei Mal kurzen Prozess mit dem USC Heidelberg (72:59, 67:54). "Wir sind rechtzeitig in Fahrt gekommen und jetzt richtig gut drauf", freut sich Dirk Steidl, Präsident des FC Nöttingen, dem die Grünen Sterne als Abteilung angeschlossen sind. Steidls ehrgeiziges Ziel: "In die deutsche Eliteliga aufsteigen."

Auf dem Weg raus aus der 2. Liga müssen seine Sterne am Sonntag an den Saarlouiserinnen vorbei. Und das gilt auch für Ex-Royals-Spielerin Steffi Grigoleit. Ein Wiedersehen mit gemischten Gefühlen. Die 23-Jährige hatte den Verein nach dem Abstieg letzte Saison überraschend und kurzfristig verlassen - trotz der Zusage, bleiben zu wollen. "Das fand ich sehr komisch. Das ist nicht rund gelaufen", erinnert sich ihr Ex-Trainer René Spandauw.

Wie zuvor bei den Royals ist Grigoleit nun bei Grüner Stern Keltern Leistungsträgerin. Im Schnitt macht sie 9,5 Punkte pro Spiel und ergattert 5,1 Rebounds. Sie freut sich "auf jeden Fall" auf ein Wiedersehen mit den Royals, auf ihre Freundinnen Laura Rahn und Levke Brodersen, aber auch auf Spandauw und die Atmosphäre in der Stadtgartenhalle: "Es war ja schon eine schöne Zeit", sagt sie im Rückblick.

"Sind individuell besser"

Vor dem Spiel aber gibt es keine Nostalgie. "Wir trainieren zur Zeit sehr hart. Wir sind auf jeden Fall vorbereitet. Unsere Stärke ist, dass wir individuell besser sind, aber Saarlouis ist als Team besser eingespielt, da sie von Saisonbeginn bis -ende in der gleichen Besetzung gespielt haben", sagt Grigoleit. Ihr Trainer Simon rechnet mit einem knappen Sieg. Er sieht Keltern konditionell auf ähnlichem Niveau wie Saarlouis: "Vom Tempo werden wir nicht überrascht." Vorteile sieht er auch unter dem Brett und auf den Flügelpositionen.

"Da bin ich mal gespannt. Das wird das Spiel zeigen", kontert Spandauw: "Was Keltern viel stärker gemacht hat, war, dass sie in der Saison Maggie Dwyer und Lisa Koop verpflichtet haben. Das sind zwei A-Nationalspielerinnen." Kelterns deutliche Siege gegen Heidelberg zeigten, wie gut das Team inzwischen sei. Auch dank Grigoleit, die am Sonntag wieder gemeinsam mit den Royals auf dem Feld stehen wird - doch sie denkt dabei nicht mehr an Saarlouis. Im Gegenteil.